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EU Forschungsprojekt DRUID abgeschlossen

12.10.2011, Nr.: 22/2011

Hauptunfallursache für viele Verkehrsunfälle ist die Beeinträchtigung durch psychoaktive Substanzen wie Alkohol, Drogen und bestimmte Medikamente. Hier setzte das Projekt DRUID (Driving Under Influence of Drugs, Alcohol and Medicines) an. Ziel des internationalen Projekts war es, wissenschaftliche Grundlagen für verkehrspolitische Entscheidungen innerhalb der EU zu schaffen sowie effiziente Maßnahmen zur Bekämpfung von psychoaktiven Substanzen im Straßenverkehr vorzuschlagen.

Das Foto zeigt einen Alkoholtest durch die Polizei Pressemitteilung  22/2011 Alkohol ist nach wie vor die am meisten verbreitete und gefährlichste Droge auf Europas Straßen - dies ist das zentrale Ergebnis des von der Bundesanstalt für Straßenwesen geleiteten internationalen Projekts DRUID (Foto: Petra Bauer, BASt).

Am 27. und 28. September 2011 fand in Köln die Abschlusskonferenz des EU-Forschungsprojekts DRUID statt. Rund 250 Projektbeteiligte und Gäste aus Politik, Behörden, Wissenschaft und Medien diskutierten die zentralen Projektergebnisse.

Nach wie vor ist Alkohol die am meisten verbreitete und gefährlichste Droge auf Europas Straßen. Dies ist das zentrale Ergebnis des von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) geleiteten Forschungsprojekts. Im Rahmen dieses Projekts wurden europaweit fast 50.000 Autofahrer angehalten und daraufhin untersucht, ob sie unter dem Einfluss von Alkohol, illegalen Drogen oder Medikamenten standen. Weiterhin wurden die Daten von fast 3.500 schwerverletzten und getöteten Unfallopfern ausgewertet.

Logo des DRUID-Projekts

Europaweit standen 3,5 Prozent der Fahrer unter dem Einfluss von Alkohol, 2 Prozent unter dem Einfluss illegaler Drogen. Die europaweit häufigste illegale Substanz im Straßenverkehr war Cannabis, das bei rund 1,3 Prozent der unauffälligen Fahrer gefunden wurde. In den einzelnen Ländern waren zwischen 18 Prozent und 43 Prozent der verletzten Fahrerinnen und Fahrer alkoholisiert, zwei Drittel davon mit mehr als 1,2 Promille. Blutalkoholkonzentrationen über 1,2 Promille sowie die Kombination von Alkohol mit anderen Drogen führten zu einer extremen Risikoerhöhung für schwere oder tödliche Unfälle. Auch wenn verschiedene illegale Drogen zusammen konsumiert werden, erhöht sich das Unfallrisiko deutlich. So wurden bei den Verunglückten alle illegalen Drogen häufiger kombiniert als einzeln gefunden.

Die Entdeckung drogenbeeinflusster Fahrerinnen und Fahrer ist für die Polizei schwierig. In großen Feldversuchen wurden die Praktikabilität und die Genauigkeit von Schnelltestverfahren überprüft. Lediglich drei der untersuchten Schnelltests lieferten ausreichend gute Ergebnisse. Eine Kosten-Nutzen-Analyse zeigte, dass Drogenkontrollen nur dann sinnvoll und kosteneffizient sind, wenn sie nicht zulasten der Alkoholüberwachung gehen.

Neben der polizeilichen Überwachung stellen Prävention und Rehabilitation ein zentrales Mittel für die Verhinderung von Alkohol- und Drogenfahrten dar. In DRUID wurden Kriterien zur Erkennung besonders rückfallgefährdeter Personen und ein Verfahren zur Bewertung von Rehabilitationsprogrammen entwickelt.

Für junge Fahrer wurden zielgruppenadäquate Konzepte erarbeitet, deren Wirksamkeit erprobt und belegt ist. So können diejenigen erreicht werden, die durch ihre Einstellung oder ihr Verhalten besonders unfallgefährdet sind.

Medikamente können die Verkehrssicherheit von kranken Fahrerinnen und Fahrern verbessern, können aber auch gefährlich sein, wenn sie beispielsweise die Reaktionsfähigkeit herabsetzen. Ärzte, Apotheker und Patienten benötigen Informationen, die verständlich, leicht zugänglich und hilfreich sind, um das Verkehrsverhalten der Patienten an die Medikamenteneinnahme anzupassen oder etwa ein weniger beeinträchtigendes Mittel auszuwählen. Hierzu wurde in DRUID ein Konzept für ein europaweit einheitliches vierstufiges Kennzeichnungssystem für Medikamente erarbeitet und Formulierungen für verständliche Warnhinweise auf den Verpackungen wurden vorgeschlagen.

Das Foto zeigt das Steering Committee von DRUID nach der Abschlusskonferenz in Köln Pressemitteilung  22/2011 Das Steering Committee von DRUID nach der Abschlusskonferenz in Köln (Foto: Hardy Holte, BASt).

DRUID wurde im Rahmen des 6. EU Forschungsrahmenprogramms konzipiert, finanziert und durchgeführt. Das Projekt lief fünf Jahre und hatte ein Budget von etwa 23,5 Millionen Euro. Koordiniert wurde es von der BASt. 37 Forschungseinrichtungen aus 18 europäischen Ländern arbeiteten zusammen, um die Beeinträchtigung durch psychoaktive Substanzen und deren Einfluss auf die Straßenverkehrssicherheit in allen Facetten zu untersuchen. DRUID schließt zahlreiche bis dato vorhandene Wissenslücken und bietet eine Grundlage für harmonisierte, EU-weite Vorschriften bezüglich Fahrten unter Alkohol , Drogen- und Medikamenteneinfluss. Darüber hinaus wird die entstandene Vernetzung der Partner aus den verschiedenen Ländern auch zukünftig eine erfolgreiche europaweite Zusammenarbeit zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ermöglichen.

Alle Projektergebnisse werden unter www.druid-project.eu veröffentlicht.

Durch Klick auf die Fotos erhalten Sie druckfähige Bilddateien.

Abdruck honorarfrei – Belegexemplar erbeten.

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    51427 Bergisch Gladbach
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