GSB 7.0 Standardlösung

Anzahl Schwerstverletzter in Deutschland

Schätzung der bundesweiten Schwerstverletztenzahlen für die Jahre 2014 und 2015

Die Europäische Kommission hat eine europaweit einheitliche Definition für schwerstverletzte Straßenverkehrsunfallopfer eingeführt. Die Definition basiert auf der Verletzungsschwere, die anhand der Maximum Abbreviated Injury Scale (MAIS) eingestuft wird. Alle Mitgliedsstaaten sind dazu aufgefordert, entsprechend dieser Definition Angaben zur Anzahl Schwerstverletzter zu berichten.

Die BASt hat hierzu eine Arbeitsgruppe eingerichtet, an der sich neben Vertretern der BASt auch Experten des TraumaRegisters der DGU® und der Unfallforschung der Versicherer beteiligen. Die Arbeitsgruppe hat Methoden entwickelt, mit denen auf der Basis bestehender Datensätze Hochrechnungen zur Anzahl Schwerstverletzter in Deutschland durchgeführt werden können. Zur Anwendung kommen die Daten der German In-Depth-Accident-Study (GIDAS) sowie die Dokumentationen des Trauma-Registers DGU® zu Validierungszwecken.

Auf der Datenbasis von GIDAS wurden in einem Hochrechnungsverfahren die bundesweiten Schwerstverletztenzahlen für die Jahre 2014 und 2015 abgeschätzt und in Bezug zu allen Schwerverletzten – Unfallopfer die für mindestens 24 Stunden stationär in einem Krankenhaus behandelt wurden – gesetzt. Hiernach ist pro Jahr von mehr als 15.000 Schwerstverletzten auszugehen, was einem Anteil von rund 23 Prozent aller Schwerverletzten entspricht.

In weiterführenden Analysen arbeitet die BASt-Arbeitsgruppe derzeit an der Untersuchung von Risikogruppen, das heißt der Identifizierung von Verkehrsteilnehmergruppen, die in Zusammenhang mit bestimmten Unfallmerkmalen ein überdurchschnittlich hohes Risiko haben, bei einem Unfall schwerste Verletzungen zu erleiden. Bislang wurden als Risikofaktoren für schwerste Verletzungen identifiziert: die Ortslage „Unfälle außerorts“ und die Art der Verkehrsbeteiligung „Motorradfahrer sowie Fahrer von Güterkraftfahrzeugen“.

Die Ergebnisse zur Anzahl Schwerstverletzter werden durch Hochrechnungen auf Basis des TraumaRegisters DGU® bestätigt. Auch hier sind Detail- und Subgruppenanalysen geplant, um ein vertieftes Verständnis schwerstverletzter Unfallopfer zu erlangen.

Durch detaillierte Kenntnisse zu den persönlichen, unfallbezogenen und medizinischen Risikofaktoren Schwerstverletzter möchte die Arbeitsgruppe eine Grundlage schaffen, um möglichst präzise und zielgruppenspezifische Verkehrssicherheitsmaßnahmen zur Reduktion der Anzahl Schwerstverletzter ableiten zu können.