GSB 7.0 Standardlösung

Bauwerk-Management-System (BMS)

Um den Bestand von Brücken und Tunneln zu gewährleisten, sind Erhaltungsmaßnahmen erforderlich. Die Alterung der Bauwerke und die zunehmende Verkehrsbelastung erfordern einen erhöhten Bedarf für die Substanzerhaltung. Da nur begrenzte Geldmittel zur Verfügung stehen, ist eine bundesweit optimierte Erhaltungsplanung notwendig. Hierfür hat die BASt zusammen mit dem BMVBS und den Straßenbauverwaltungen der Länder ein Bauwerks-Management-System (BMS) realisieren lassen. Es soll die Maßnahmenplanung und den Finanzeinsatz optimieren und als Controlling-Instrument eingesetzt werden.

Grundlage des BMS sind Daten über den Bestand und den Zustand der Bauwerke. Die Daten werden routinemäßig im Rahmen der Bauwerksprüfungen mit dem Programmsystem SIB-Bauwerke durch die Straßenbauverwaltungen der Länder erhoben. Umfang und Struktur dieser Bauwerksdaten sind in der "Anweisung Straßeninformationsbank" festgelegt. Die Schäden und der Bauwerkszustand werden einheitlich nach DIN-Vorgaben dokumentiert. Alle Bauwerks- und Prüfdaten werden in das Programmsystem Straßeninformationsbank, kurz SIB genannt, eingegeben.

Grafik BMS auf Objektebene BMS auf Objektebene

Bauwerksdaten und komplexe Schadensbilder werden analysiert. Ergebnisse sind mögliche Erhaltungsmaßnahmen und -strategien. Ebenso werden anfallende Kosten für den Baulastträger, die Nutzer und die Umwelt sowie Angaben zum zukünftigen Bauwerksverhalten ermittelt. Eine Kosten/Nutzen-Analyse ermöglicht die Bewertung der Maßnahmevarianten unter volkswirtschaftlichen Kriterien. Das Ergebnis der Analyse sind schließlich Vorschläge für zielführende Maßnahmen sowie ihre Dringlichkeit als Vergleichsgröße für eine netzweite Reihung.

Grafik BMS Netzebene BMS Netzebene

Die Dringlichkeitsreihung stellt einen ersten Ansatz für das Erhaltungsprogramm dar. Zusätzliche Randbedingungen und Restriktionen, wie beispielsweise das Budget oder die Bündelung von Maßnahmen, erfordern eine weitere Optimierung auf Netzebene. Dadurch können sich Verschiebungen bei den Maßnahmen und den Objekten ergeben. Neben Angaben zum Finanzbedarf erfolgt hierbei auch die Analyse und Darstellung von Szenarien für unterschiedliche Erhaltungsstrategien.

Grafik Erhaltungsplanung mit BMS Erhaltungsplanung

Die Erhaltungsplanung der Bundesfernstraßen erfolgt im Zusammenspiel von Verwaltungen der Länder mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Ausgehend von den Ergebnissen der Bestandsanalyse werden die Ziele und Strategien für die Erhaltung unter Berücksichtigung von Einschränkungen, wie zum Beispiel begrenzte Finanzmittel, festgelegt. Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben erfolgt auf Länderebene die konkrete Erhaltungsplanung.

Grafik BMS auf Bundesebene BMS auf Bundesebene

Zur Steuerung der Erhaltungsplanung werden auf Bundesebene Controllingmaßnahmen durchgeführt. Mit Hilfe der speziell entwickelten Programmsysteme "Bundesinformationssystem Straße" (BISStra) und dem Informationssystem Bauwerke (ISBW) werden die Bauwerksdaten für die Belange des Bundes ausgewertet. Prognosen, Soll/Ist-Vergleiche und Bilanzen bilden die Grundlage für die Überprüfung von Zielen und Strategien. Ebenso für die Festlegung des Budgets, für direkte Eingriffe in die Erhaltungsplanung der Länder und für die erforderlichen Fortschreibungen der Regelwerke.

Weitere Informationen

  • Entwicklung eines Bauwerk-Management-Systems für das deutsche Bundesfernstraßennetz, Stufe 1 und 2

  • Entwicklung eines Bauwerk-Management-Systems für das deutsche Bundesfernstraßennetz, Stufe 3

Zusatzinformationen

Kontakt

  • Bundesanstalt für Straßenwesen
    Postfach 10 01 50
    51401 Bergisch Gladbach
  • Ralph Holst
    Telefon: 02204 43-6401

  • Christian Roder
    Telefon: 02204 43-6400