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Automatische Notbremssysteme

Seit Beginn dieses Jahrzehnts gibt es im Pkw-Bereich automatische Notbremssysteme, die Unfälle zwischen Pkw verhindern oder zumindest beeinflussen können. Diese Systeme erkennen einen drohenden Unfall und bereiten das Fahrzeug darauf vor, indem sie beispielsweise Gurte straffen, Fenster schließen oder versuchen, die Aufmerksamkeit des Fahrers auf das Verkehrsgeschehen zu lenken, beispielsweise durch einen Bremsruck. Wenn der Unfall selbst durch vergleichsweise starkes Bremsen vom Fahrer nicht mehr zu vermeiden ist, bremsen diese Systeme auch automatisch mit dem Ziel, die Kollisionsgeschwindigkeit deutlich zu verringern oder vollständig abzubauen.

Das Foto zeigt das Euro NCAP Vehicle Target gefolgt von einem Pkw Momentaufnahme aus Euro NCAP-Tests von Notbremssystemen

Bremssysteme, die bei Unfällen mit Fußgängern oder Radfahrern automatisch wirksam werden, sind erst seit Anfang dieses Jahrzehnts in Serie - aktuell finden sich derartige Systeme erst in wenigen Fahrzeugreihen.

Euro NCAP-Bewertung

Seit Anfang des Jahres 2014 bewertet Euro NCAP (European New Car Assessment Programme) die Leistungsfähigkeit von Notbremssystemen. Die Testszenarien, in denen sich die Notbremssysteme bewähren müssen, wurden aus dem Unfallgeschehen abgeleitet, und beinhalten Konstellationen mit Auffahren auf stehende, langsam fahrende oder bremsende Vorrausfahrende. Wesentlicher Parameter eines Tests ist dabei die Geschwindigkeit, mit der das zu testende Fahrzeug anfährt. Wesentliches Ergebnis ist die letztendlich verbleibende Aufprallgeschwindigkeit, beziehungsweise Unfallvermeidung. In einigen Testsituationen wird die Reaktion eines menschlichen Fahrers auf ein etwaiges durch das Fahrzeug gegebenes Warnsignal durch einen Bremsroboter nachgebildet.

Testverfahren

Das Foto zeigt ein Zugfahrzeug mit einem Euro NCAP Vehicle Target in Bewegung Fahrzeug und EVT mit Bewegungssystem und Zugfahrzeug

Um unterschiedliche Fahrzeuge und damit Systemkonzepte sinnvoll vergleichen zu können, ist ein Testverfahren erforderlich, das für alle Sensortypen geeignet ist und mit dem sich realistische Fahrsituationen abbilden lassen. Standardwerkzeug für Tests von Notbremssystemen ist das sogenannte "Euro NCAP Vehicle Target" (EVT). Das EVT ist eine Gummiattrappe, die dennoch so ausgerüstet ist, dass sie für übliche Fahrzeugsensorik wie ein Pkw erscheint, und somit das vorausfahrende Fahrzeug repräsentiert. Dieses eingesetzte Werkzeug muss fahren, aber auch einen Crash aushalten können. Für Testszenarien, bei denen das vorausfahrende Fahrzeug "fährt", kann das EVT auf einem schienenähnlichen Anhänger bewegt werden.

Dummy-Einsatz

2016 wurde die Bewertung der Fußgänger-Notbremssysteme eingeführt. Die BASt hat an der Entwicklung und Feinabstimmung des Testverfahrens mitgewirkt. Als Werkzeug kommt ein Fußgängerdummy aus Schaumstoff zum Einsatz, der von einer Vorrichtung vor das zu testende Fahrzeug bewegt wird. Es wird mit unterschiedlichen Anprallpositionen und Geschwindigkeiten des Fußgänger-Dummys getestet, so dass die Gesamtheit der Testkonstellationen gut das Unfallgeschehen abdeckt.