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Fahrdynamische und technische Aspekte automatisierter Fahrzeuge

Das Bild zeigt eine Grafik zum automatisierten Fahren Quelle: akinbostanci/DigitalVision Vectors/Getty Images

Die Automatisierung der Fahrfunktion bietet die Chance, dass üblicherweise vom Menschen verursachte Unfälle vermieden werden. Sofern die Fahraufgabe durch das Fahrzeug übernommen wird – der Mensch sich also abwenden darf – muss aber eine adäquate Reaktion auf kritische Fahrsituationen durch das Fahrzeug sichergestellt werden.

Die Situationen, mit denen automatisierte Fahrzeuge zurechtkommen müssen, hängen vom Einsatzgebiet der Automatisierung ab. Grundsätzlich sind sie aber vergleichbar zu jenen Situationen, die für heutige Systeme der aktiven Fahrzeugsicherheit relevant sind – beispielsweise Notbremsassistenzsysteme. Die Anforderungen an die technischen Fähigkeiten gehen aber weit darüber hinaus: Während Notbremsassistenzsysteme den Menschen in der Regel nicht überstimmen dürfen, muss die automatisierte Fahrfunktion in der Regel sicherstellen, dass Unfälle gar nicht erst entstehen.

Derzeit werden konkrete Genehmigungsanforderungen an automatisierte Fahrfunktionen und entsprechende Prüfmethoden unter dem Dach der Vereinten Nationen sowie in einer kleinen Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission erarbeitet. Es zeichnet sich ab, dass automatisierte Fahrfunktionen zunächst für Stausituationen auf Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen auf den Markt kommen werden. Kritische Situationen in dieser vergleichsweise strukturierten Verkehrsumgebung können beispielsweise durch das Ein- und Ausscheren von nicht automatisierten Fahrzeugen und durch Bremsmanöver des vorausfahrenden Verkehrs entstehen. Zusätzlich muss sichergestellt werden, dass Personen auf der Fahrbahn – zum Beispiel bei Pannen oder im Baustellenbereich – nicht gefährdet werden.

Die BASt ist an der Erarbeitung der oben beschriebenen Anforderungen an automatisierte Fahrfunktionen auf UN-Ebene maßgeblich beteiligt. Zusammen mit dem Gemeinsamen Forschungszentrum („Joint Research Center“ JRC) der Europäischen Kommission arbeitet die BASt darüber hinaus an einer Methode, mit der kritischer Fahrsituationen im Fahrversuch weitgehend zufälligen generiert werden. Hierzu werden modernste Technologien für dynamische Fahrversuche genutzt, wie robotisch kontrollierte Fahrzeuge, selbstfahrende Zielobjekte und hochgenaue Positionsbestimmung. Ziel ist es einem zu prüfenden Fahrzeug viele für die Fahrzeugsensoren realistisch erscheinende kritische Fahrsituationen vorzuspielen und die Reaktionen des Fahrzeugs darauf zu messen und zu bewerten. So soll letztendlich festgestellt werden, ob das Fahrzeug in der Lage ist, im Realverkehr zu bestehen.