GSB 7.0 Standardlösung

HinweisCookies

Diese Webseite verwendet Cookies. Diese dienen der Zwischenspeicherung bei Bestell- oder Anmeldevorgängen. Nicht erfasst werden Daten wie Nutzungshäufigkeit oder Verhaltensweisen. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Datenschutz.

OK

Lärmschutz

Nachhaltig handeln – ohne Lärm

  • Im Rahmen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie wird der Lärmschutz indirekt in verschiedenen Indikatorbereichen abgebildet (SDG 3: Gesundheit, 9: Innovation & Infrastruktur, 11: Nachhaltige Städte & Gemeinden).
  • Allein durch den Straßenverkehrslärm fühlen sich circa 60 Prozent der Bevölkerung belästigt.
  • Die durch Verkehr verursachten Lärmbelastungen sind zu mindern, um dauerhafte Mobilität bei gleichzeitiger Vermeidung negativer Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Ökosystemleistungen zu ermöglichen.

Aufgrund steigender Mobilität und immer dichterer Verkehrsnetze erleben viele Menschen eine Belästigung durch verkehrsbedingten Lärm. Der Großteil der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland fühlt sich durch mindestens eine Lärmquelle gestört. Zweifellos geht hierbei ein großes Belästigungspotential vom Straßenverkehr aus. Wie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Lärmwirkungsforschung zeigen, kann es zu gesundheitlichen Folgen durch hohe Lärmbelästigung kommen. Insgesamt gehören die Auswirkungen von Lärm zu den gegenwärtig dringendsten Umweltproblemen.

Mit der Bearbeitung und Betreuung von Forschungsprojekten der BASt im Bereich Lärm sollen wissenschaftliche Grundlagen geschaffen werden, um dem stetigen Handlungsbedarf und den steigenden Ansprüchen im Lärmschutz gerecht zu werden. Ziel ist es, die verkehrsbedingten Geräuschemissionen und Lärmimmissionen zu reduzieren und nationale und internationale Richtlinien einzuhalten. Auch die Weiterentwicklung geltender Normen und Berechnungsmethoden wird von den Mitarbeitern der BASt – auf Basis der gewonnenen Forschungsergebnisse – in Gremien vorangetrieben.

Aktive Schallschutzeinrichtungen, zum Beispiel Lärmschutzwände, sind Witterungseinflüssen, Verschmutzungserscheinungen und unfallbedingten Einwirkungen ausgesetzt, die zu Schäden und damit zu einer Minderung der akustischen Wirksamkeit führen können. Mit simulationsgestützten Untersuchungen lassen sich die akustischen Auswirkungen abschätzen und gegebenenfalls effektive und kosteneffiziente Maßnahmen ableiten, um den erforderlichen Schallimmissionsschutz nachhaltig sicherzustellen. Ebenso ist die akustische Haltbarkeit lärmarmer Beläge limitiert. Aufgrund der stetigen Beanspruchung der Fahrbahn, insbesondere durch den Schwerlastverkehr, kommt es zu Abnutzungseffekten und einer Reduzierung der lärmmindernden Eigenschaften. Die BASt arbeitet kontinuierlich daran, die akustische Qualität verschiedener Fahrbahnoberflächen zu untersuchen und messtechnisch zu bewerten. Die Ergebnisse helfen bei der Planung von Erneuerungszyklen und gehen darüber hinaus in die Aktualisierung von Richtlinien und Rechenvorschriften ein.

Die Gesamtlärmbetrachtung, das heißt die Kumulation der Geräuschemissionen von verschiedenen Verkehrsträgern (Straßen-, Schienen-, Schiffs- und Luftverkehr) ist ein hochaktuelles Forschungsfeld der BASt. Wird die Lärmimmission momentan noch für jeden Verkehrsträger einzeln berechnet, werden im Rahmen des Themenfeldes „Verkehr und Infrastruktur umweltgerecht gestalten“ des BMVI-Expertennetzwerkes Ansätze für eine verkehrsträgerübergreifende Bewertung komplexer Lärmsituationen aufgezeigt. Mit einer ganzheitlichen Betrachtung soll es in Zukunft möglich sein, auch für überlagerte Geräuschszenarien praktikable und effektive Schutzmaßnahmen zu finden.

Um auch bei steigenden Verkehrsleistungen und gegebenenfalls höheren Anforderungen einen ausreichenden Schallschutz zu gewährleisten, fördert und erprobt die BASt gezielt innovative Ansätze und neuartige Technologien für den Lärmschutz an Straßen. Hierzu zählen beispielsweise das Potential von Vegeta-tion als Lärmschutzmaßnahme, spezielle Aufsätze für Lärmschutzwände oder periodische Strukturen am Fahrbahnrand, die Interferenzeffekte ausnutzen, um dem Schallfeld Energie zu entziehen.

Die Forschungen und Arbeiten der BASt unterstützen somit mittelbar die Ziele der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie im Bereich Gesundheit, Innovation & Infrastruktur sowie Nachhaltige Städte & Gemeinden.

Dr. Fabio Strigari
Referat „Umweltschutz“