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Boden- und Gewässerschutz

Nachhaltige Mobilität schont natürliche Böden und Gewässer und nutzt Flächen sparsam

  • Nachhaltigkeit stellt die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des betrachteten Systems in den Vordergrund. Flächeninanspruchnahme ist einer der Indikatoren der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie.
  • Die Wechselwirkungen von Verkehr und Infrastruktur mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen Boden, Grund- und Oberflächenwasser so zu gestalten, dass diese Lebensgrundlagen geschont werden, ist eine zentrale Herausforderung der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie.
  • Schadstoffemissionen aus Straßenverkehr und Straßenbauwerken, Flächenverbrauch und die Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen wie Boden als Baumaterial oder Gewässer als Vorfluter für Niederschlagswasser sind so gering zu halten, dass Mobilität dauerhaft ermöglicht wird.

"Flächenverbrauch“ bedeutet Inanspruchnahme natürlicher Böden – verbunden mit einer Zerstörung des durch jahrtausendelange Bodenbildungsprozesse entstandenen Bodengefüges, dessen Porenraum die Grundlage für alle Bodenfunktionen ist. Ohne intakte Böden als Wasser- und Nährstoffspeicher fehlen unsere Nahrungsgrundlagen, die ausgleichende Wirkung der freien Landschaft auf den Wasser-, Stoff- und Temperaturhaushalt und die Basis für fast alle Landökosysteme. Die Wirkungen des Straßenbaus und des Straßenverkehrs auf Böden – das sind insbesondere Bodenumlagerung, -verdichtung, -versiegelung und diffuse Schadstoffeinträge – sollen daher so gering wie möglich gehalten werden, um die Regenerationsfähigkeit der Böden nach Möglichkeit zu erhalten.

Durch Forschungsvorhaben der BASt konnte gezeigt werden, dass der Bau unversiegelter standfester Bankette, die gleichzeitig einen hohen Schadstoffrückhalt bieten, aus gemischtkörnigen Böden möglich ist, wie sie in Deutschland weit verbreitet sind. So kann trotz gestiegener Standfestigkeitsanforderungen eine weitere Erhöhung der Versiegelung vermieden werden und können unversiegelte Flächen als Bestandteil technischer Bauwerke erhalten werden. Sie erfüllen noch viele Bodenfunktionen, zum Beispiel durch die Teilnahme am Wasserhaushalt und den Erhalt der Filter- und Pufferfunktion.

Schadstoffe aus dem Oberflächenabfluss von Straßen sollen so wenig wie möglich in das Grundwasser und Oberflächengewässer gelangen. Deshalb beteiligt sich die BASt mit internen und externen Forschungsarbeiten national und international an der Erstellung von Informationsgrundlagen und Regelwerken für die Straßenentwässerung. Da die Straßenentwässerung außerorts vorwiegend breitflächig über Bankett und Böschung erfolgt, wird lokal das Filter- und Puffervermögen der Böden des Erdbauwerkes in Anspruch genommen, aber auch eine sehr gute Rückhaltung erreicht. Durch diese Bauweise wird die versiegelte oder durch Bauten wie Kanäle, Schächte und Entwässerungsbecken in Anspruch genommene Fläche minimiert, und der Wasserhaushalt wird vergleichsweise wenig verändert.

Zur Beurteilung der Schadstoffeinträge und zur beispielhaften Kontrolle der Belastung von Boden und Grundwasser durch den Straßenverkehr führt die BASt kontinuierlich Messungen der anorganischen Schadstoffeinträge in den Straßenseitenraum durch. Auch Konzentrationen und Frachten prioritärer Stoffe der EU-Wasserrahmenrichtlinie wie Weichmacher, aber auch anderer organischer Schadstoffe im Straßenabfluss stark befahrener Straßen wurden untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die meisten dieser Stoffe ähnlich wie Schwermetalle an die Partikel im Straßenabfluss binden und durch Absetzen und Filtration zurückgehalten werden können. Auch für Mikroplastik aus Reifenabrieb ist derselbe Rückhaltemechanismus zu erwarten, dies wird aktuell im Rahmen eines EU-Vorhabens untersucht.

Die Prüfung und Bewertung der Umweltverträglichkeit von Baustoffen im Straßenwesen leistet einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeitsbewertung der Verkehrsinfrastruktur. Durch die Entwicklung geeigneter Prüfverfahren im Rahmen des ressortübergreifenden Expertennetzwerks des BMVI sollen bau- und bauwerksbedingte Schadstoffemissionen in Boden, Grund- und Oberflächenwasser erfasst und vermindert werden.

Dr. Birgit Kocher (ohne Bild)
Dr. Taiseer Aljazzar
Dr. Frank Beer (ohne Bild)
Charlotte Molt
Referat „Umweltschutz“