Fotomontage aus Bildern der Arbeitsbereiche der Bundesanstalt für Straßenwesen



Sicherheitskonzeptionen, Sicherheitskommunikation

Stand: Januar 2012

Informations- und Kommunikationsangebote für Smartphones zur Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit (SafetyApps) (4111005)
Es existieren zahlreiche Programme und Anwendungen für moderne Smartphones und andere internetfähige mobile Geräte verschiedenster Anbieter, die online bezogen werden können und verkehrsbezogene Inhalte umfassen. Entsprechende Angebote des Bundes mit verkehrssicherheitsrelevanten Anwendungen (SafetyApps) gibt es gegenwärtig noch nicht. Als Pilot soll das Projekt "Begleitetes Fahren mit 17" (BF17) künftig durch eine Sicherheitsapplikation unterstützt werden. Eine Ideen-Ausschreibung soll mit dem Ziel durchgeführt werden, mindestens eine weitere SafetyApp aus dem Forschungsbereich der BASt zu entwickeln. Das Hauptaugenmerk ist hierbei auf die potenziell verkehrssicherheitsfördernde Wirkung der App zu legen.

Kinderunfallatlas (4110020)
Der Kinderunfallatlas aus dem Jahre 2005 ist in der Öffentlichkeit und bei Gemeinden und Kreisen auf große Resonanz gestoßen, weil erstmals Vergleichsdaten für die eigene Region vorgelegt wurden. Es ist vorgesehen, diese Analyse in regelmäßigen Abständen zu wiederholen, um die Entwicklung der Umfallzahlen zu beobachten und somit den Verantwortlichen vor Ort eine Rückmeldung über ihre Maßnahmen zu ermöglichen. Ziel ist die Erstellung eines Kinderunfallatlas, in dem die Anzahl der Kinderunfälle in den Kreisen nach Kategorien der Unfallhäufung eingeteilt werden. Hierzu werden die Kinder-Unfallzahlen (Getötete, Schwerverletzte, Leichtverletzte, Fußgänger, Radfahrer, Mitfahrer) auf Kreisebene in Bezug zu den Bevölkerungsdaten gesetzt. Die regionale Verteilung der Kinderunfälle nach Häufigkeit ist dann auf einem Atlas darzustellen. Darüber hinaus werden die Gemeinden zu Kategorien verschiedener Größe zusammengefasst, so dass nach dem beschriebenen Verfahren Gemeindevergleiche innerhalb einer Kategorie möglich werden.

Stand der Radfahrausbildung an Schulen und die motorischen Voraussetzungen bei Kindern (82.366)
Die Art und Weise, wie Kinder am Straßenverkehr teilnehmen, hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Kinder werden heute mehr mit dem Pkw transportiert, die eigenständige Mobilität hat gleichzeitig abgenommen. Das Fahrrad stellt aber auch weiterhin ein für Kinder aller Altersgruppen wichtiges Verkehrsmittel dar, wie zahlreiche Untersuchungen zur Verkehrsbeteiligung von Kindern belegen. Da die Motorisierung jedoch weiterhin zunimmt, haben Kinder insbesondere in größeren Städten immer weniger Gelegenheit, dieses Verkehrsmittel eigenständig zu nutzen. Daher kann davon ausgegangen werden, dass Kinder heute mit anderen motorischen Voraussetzungen an der Radfahrausbildung an Schulen teilnehmen als früher. Vor diesem Hintergrund ist im Rahmen des Projektes zu untersuchen, inwieweit sich die Nutzungsgewohnheiten und -bedingungen von Kindern geändert haben. Diese sollen dann zur heutigen Verkehrserziehung in Beziehung gesetzt und ihre Inhalte und Vorgehensweisen in der Grundschule dokumentiert werden. Insbesondere die Nutzung der Jugendverkehrsschulen und die Berücksichtigung des Themas „Frühradfahren“ (1. und 2. Klasse) sind zu berücksichtigen. Auf der Grundlage der Erkenntnisse sollen Vorschläge zur künftigen Radfahrausbildung in der Schule erarbeitet werden.

Vorstudie zur Ermittlung der Markdurchdringung von Fahrzeugsicherheitssystemen (4110005)
Kenntnisse über die tatsächliche Marktdurchdringung moderner Fahrzeugsicherheitssysteme sind für die Verkehrssicherheitspolitik von großer Bedeutung. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie sollen Methoden und Möglichkeiten einer derartigen Erhebung untersucht werden und hierauf aufbauend Empfehlungen für das weitere Vorgehen hinsichtlich einer dauerhaften Erhebung abgeleitet werden. Autonome Fahrzeugsicherheitssysteme, wie ABS oder ESP sind schon jetzt Bestandteil eines Großteils der Fahrzeugflotte. Neben der Weiterentwicklung der bestehenden Systeme ist davon auszugehen, dass die Fahrzeuge zukünftig auch zunehmend mit weiteren Fahrerassistenzsystemen und in der weiteren zeitlichen Betrachtung auch mit kommunikationsbasierten kooperativen Sicherheitssystemen (C2X) ausgestattet werden. Somit ist es zunehmend wichtig, Informationen über die Anzahl und Art der verwendeten Fahrzeugsicherheitssysteme zu erheben und deren Sicherheitspotenzial abschätzen und ausschöpfen zu können. Insbesondere das Sicherheitspotenzial von kooperativen C2X-Anwendungen wird von der Anzahl der im Markt befindlichen Systeme abhängen.

Berücksichtigung relevanter Entwicklungen des Straßenverkehrs in Verkehrserziehung und Fahrausbildung (410006)
Der Straßenverkehr steht vor umwälzenden technologischen und strukturellen Veränderungen: Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeuge werden in den kommenden Jahren das Bild des Straßenverkehrs in Deutschland zunehmend prägen. Die Verkehrsteilnehmer vernetzen sich, kooperative Fahrzeugsysteme entstehen. Immer neue Fahrzeugausstattungen – viele davon mit hoher Sicherheitsrelevanz – werden in Neufahrzeugen berücksichtigt. Auch infrastrukturseitig erfolgen Anpassungen, die den technologischen Fortschritt flankieren. Gesellschaftliche Veränderungen – insbesondere der demografische Wandel – wirken sich ebenfalls auf den Straßenverkehr aus. Aus diesen allgemeinen Entwicklungen heraus ergibt sich auch ein erheblicher Anpassungsbedarf für die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen zur Befähigung an der Teilnahme am Straßenverkehr, beginnend mit der Verkehrserziehung, über Fahrausbildung und Fahrprüfung bis hin zur Frage der Aufrechterhaltung der Fahreignung. Hierfür gilt es, nicht nur die zu vermittelnden Inhalte zu selektieren, sondern auch die einzusetzenden Instrumente den neuen Bedürfnissen anzupassen. Das vorliegende Projekt besteht aus einem inhaltlichen Schritt zur Identifikation des zu vermittelnden Wissens und einem instrumentellen Schritt, bei dem die Tauglichkeit der zu verwendenden Instrumentarien überprüft wird.

Kindermobilität und –unfallgeschehen (82.343)
Kinderunfälle im Straßenverkehr werden sowohl in der Unfallstatistik der Polizei als auch von den Trägern der Gemeindeunfallversicherung erfasst. Eine bundesweit einheitliche Erfassungssystematik dieser Unfälle existiert nicht, die Vergleichbarkeit der Daten beider Quellen ist derzeit nicht gegeben. Unfälle, die weder der Polizei noch den Trägern der Gemeindeunfallversicherung gemeldet werden, gehen nicht in die Statistik ein und bilden ein Dunkelfeld, das es zu beschreiben gilt. Ziel ist es, durch die gemeinsame Betrachtung beider Datenquellen ein möglichst reales Abbild des Kinderunfallgeschehens im Straßenverkehr zu erstellen und eine Methodik zu beschreiben, die auch über die Projektlaufzeit hinaus einen solchen Abgleich ermöglicht. Für den Bereich der Mobilitätsdaten werden Empfehlungen zur zukünftigen Erfassung von Kindermobilitätsdaten abgeleitet.

Verkehrserziehung in Kindergärten und Grundschulen (82.344)
Entsprechend der Empfehlung zur Verkehrserziehung der Kultusminister der Länder von 1994 hat Verkehrserziehung an Grund- und weiterführenden Schulen regelmäßig mit einer festgelegten Anzahl von Stunden stattzufinden. Wie kürzlich in einer repräsentativen Studie im Auftrag der BASt nachgewiesen, wird das Thema Verkehrserziehung im Sekundarstufenbereich weit weniger berücksichtigt als es von den Kultusministern empfohlen wurde. Auch zeigte sich, dass nach wie vor eher traditionelle Unterrichtsmethoden und Medien genutzt werden. Es wird derzeit diskutiert, dass die Situation im Elementar- und Grundschulbereich zwar besser, jedoch ebenfalls nicht zufriedenstellend ist, zumal der sogenannte "Pisa-Schock" dazu führen dürfte, dass diejenigen Fächer, die ausschlaggebend für die weiterführenden Schulen sind, noch weiter in den Fokus rücken, während sogenannte Nebenfächer, wie Musik, Sport und auch Sachkunde, der die Verkehrserziehung zugeordnet ist, eher nachrangig behandelt werden. Im Rahmen einer repräsentativen Studie soll der Frage nachgegangen werden, wie sich die Situation der Verkehrserziehung im Elementar- und Grundschulbereich zurzeit darstellt. Es sollen Strategien erarbeitet werden, die die veränderten gesellschaftlichen Entwicklungen aufgreifen und auf diese Weise die Verkehrserziehung unterstützen können.

Aufbereitung von Kenngrößen der Verkehrssicherheit (4108008)
Die Zielvorgabe der EU sieht vor, dass die Anzahl der Verkehrstoten bis zum Jahr 2010 halbiert werden soll. Die Gewährleistung einer verkehrssicheren Mobilität - als Voraussetzung für Fortschritt, Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung - steht im Fokus des deutschen Programms für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Um diese Vorgaben zu erreichen, werden in Deutschland kontinuierlich zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit erarbeitet und umgesetzt, die im Unfallverhütungsbericht dokumentiert werden. Eine kontinuierliche Beobachtung wichtiger verkehrssicherheitsrelevanter Kenngrößen, die die Zielerreichung maßgeblich beeinflussen, wird bisher noch nicht durchgeführt. Im Rahmen des Projektes sollen verkehrssicherheitsrelevante Indikatoren regelmäßig zusammengestellt und vor dem Hintergrund der anvisierten Zielgröße analysiert werden. Dabei werden die konzeptionell unterschiedlichen nationalen und europäischen Zielvorgaben und Verkehrssicherheitsstrategien berücksichtigt. Durch die kontinuierliche Beobachtung und Aufbereitung von Kenngrößen der Verkehrssicherheit bietet sich die Möglichkeit, frühzeitig auf strategische und operative Verkehrssicherheitsarbeit Einfluss zu nehmen.

Wirksamkeitsanalyse der Verkehrsüberwachung (82.236)
Im "Programm für mehr Sicherheit im Straßenverkehr" spricht sich das BMVBW dafür aus, die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit durch verstärkte Überwachung zu erreichen. Darüber hinaus ist im Zusammenhang mit der Minimierung des von schweren Nutzfahrzeugen ausgehenden Gefahrenpotenzials vorgesehen, Maßnahmen zur Einhaltung des Mindestabstandes zwischen den Fahrzeugen zu ergreifen. Bei der angestrebten Maßnahmenverstärkung ist die in den Ländern gegebene Personal- und Haushaltssituation zu berücksichtigen. Es ist daher eher an eine Überwachungsoptimierung durch unfallschwerpunktbezogene Verdichtung und stärker problemorientierten Mitteleinsatz als an eine allgemeine Erhöhung der Überwachungshäufigkeit zu denken. Im Rahmen des Projekts sollen verschiedene Formen der Überwachung und die relevanten Einsatzsituationen analysiert werden. Außerdem werden zur Erklärung der Maßnahmenwirksamkeit die subjektiven Wahrnehmungen der Überwachung und der Sanktionen durch die Verkehrsteilnehmer herangezogen. Darüber hinaus werden Erfahrungen aus dem Einsatz von technischen Einrichtungen zur Einhaltung des Mindestabstandes zwischen Lkw ausgewertet.



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