Fotomontage aus Bildern der Arbeitsbereiche der Bundesanstalt für Straßenwesen



Klimawandel

Der Klimawandel ist auch in Deutschland "spürbar". Extreme Wetterereignisse nehmen zu. Starkwind, Temperaturanstieg und Starkregen sind Ursachen für Gefahren und Schäden an Straßen und Bauwerken.

Starkwind verursacht:

  • Sturmbedingte Unfälle.
  • Schäden an Brücken durch winderregte Schwingungen.
  • Die Überschreitung zulässiger Verankerungslasten von Lärmschutzbändern oder Verkehrszeichenbrücken.

Temperaturanstieg bewirkt:

  • Die Zunahme von Spurrinnenbildung in Asphaltbelägen.
  • "Blow ups" bei Betonfahrbahndecken.
  • Die Überschreitung der zulässigen Längsdehnungen von Brücken.
  • Schäden an Lagerkonstruktionen.

Starkregen verursacht:

  • Rutschungen wasserübersättigter Böden.
  • Überschwemmungen bei unterdimensionierten Entwässerungseinrichtungen an Straßen und Tunneln.
  • Auskolkung von Flussbrücken.
  • Anprall von Schwemmgut an Brücken.
  • Aquaplaninggefahr.

In der BASt wurde eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingerichtet, um den Auswirkungen des Klimawandels auf die Straßeninfrastruktur und den -verkehr zu begegnen.

Zunächst werden die Einflüsse der zu erwartenden Änderungen auf Bauwerke, Untergrund, Böschungen, Straßenoberflächen, Verkehrszeichenanlagen und Entwässerungseinrichtungen beschrieben.

In einzelnen Forschungsprojekten werden weitergehende Fragestellungen bearbeitet.

Brückenbau

Welche Risiken bringen die mit dem Klimawandel einhergehenden Extremwetterlagen (Hitzeperioden, Sturm) für Brückenbauwerke mit? Brücken haben einen besonders langen Erneuerungszyklus. Bei anstehenden Erneuerungen bestehender und bei der Planung neuer Bauwerke lohnt es sich bereits heute, Klimaprognosen zu berücksichtigen.

Aquaplaning

Bei Kurvenwechseln schwenkt die Straßenneigung von der einen auf die andere Seite. An solchen "Querneigungswechseln" können bei Starkregenereignissen die Wasserfilmdicken kritische Werte überschreiten. Insbesondere in Kurvenbereichen breiter Fahrbahnen - beispielsweise auf Autobahnen - ist das Unfallrisiko bei Nässe bis zu fünf Mal höher als bei Trockenheit. Es ist zu klären, ob es zukünftig durch Starkregen mehr Lokalitäten mit Aquaplaninggefahr geben wird als heute.

Rutschungen

Im Winter werden 30 Prozent höhere Niederschlagsmengen erwartet - im Sommer sollte es längere Trockenperioden geben. Beide Faktoren können zu Instabilitäten in Böschungen und Hängen führen. In einer Beispielregion soll untersucht werden, ob es unter den zu erwartenden Niederschlagsverhältnissen vermehrt zu Erdrutschen an Straßen kommen kann.

Die Grafik zeigt Temperatur- und Niederschlagsveränderung im Sommer und im Winter.Bis zum Jahr 2050 … … steigen die Temperaturen um 1,5 °C bis 2,5 °C (Sommer) und 3 °C (Winter). … regnet es im Sommer um bis zu 40 % weniger und im Winter um bis zu 30 % mehr.

Netzbezug

Regionalisierte Klimaprognosen müssen auf das Straßennetz abgebildet werden. Dazu sind unterschiedliche Datenbanken mit unterschiedlichen Datenformaten anzuzapfen und über ein geografisches Informationssystem zu verknüpfen. Dieses Projekt liefert ein erstes Modell um technische Daten aus Straßeninformations-Systemen mit Rasterdaten aus regionalen Klimadaten zu verknüpfen. Es erlaubt erste Abfragen zur Straßenausstattung an bestimmten Lokalitäten unter Berücksichtigung der dort vermutlich eintreffenden klimatischen Veränderungen als Basis für entsprechende Risikoanalysen.

Innovative Baustoffe und neue Bauweisen

Damit Straßen trotz der zukünftigen klimatischen Belastungen auch unter verstärkten Verkehrslasten bei langen Erneuerungszyklen standhalten, werden außerdem neuartige Betonoberflächen entwickelt und innovative Baustoffe erprobt.

Zusatzinformationen

Das Bild zeigt eine Windrose mit Baum.(Foto: Deutscher Wetterdienst)

Das Foto zeigt die Aufwölbung einer Fahrbahnplatte.

Die Grafik zeigt eine Straßenkarte mit Temperaturzonen.

Das Foto zeigt eine Autobahn mit starkem Regen.



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