Fotomontage aus Bildern der Arbeitsbereiche der Bundesanstalt für Straßenwesen



Umweltschutz

Stand: April 2010

Überarbeitung RLS-90 (6309001)
Im Lärmschutzpaket von 2007 wurde angekündigt, dass die Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen (RLS-90) überarbeitet werden sollen. Es ist insbesondere geplant, in den RLS ein Verfahren für die Ermittlung von Pegelkorrekturwerten von Fahrbahnoberflächen zu verankern, mit dem auch nach Einführung der Richtlinien Werte für neue Fahrbahnoberflächen eingefügt werden können. Auch die Algorithmen für die Berechnung der Schallausbreitung sollen bei dieser Gelegenheit überprüft werden. Ziel des Projekts ist es, den Entwurf von neuen RLS zu erstellen, die in der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) mit der neuen Schall 03 für den Schienenverkehrslärm eingeführt werden können. Die Überarbeitung soll ermöglichen, für innovative lärmarme Fahrbahnoberflächen leichter Pegelabschläge zuweisen zu können.

TiO2 Vorstudie (6309003)
In den letzten Jahren haben Messungen im gesamten Bundesgebiet gezeigt, dass der ab 2010 geltende NO2-Jahresmittelgrenzwert (40 µg/m³) der 22. Bundesimmissionsschutzverordnung insbesondere an verkehrsnahen Standorten erheblich überschritten wird. Neben direkten fahrzeugseitigen Maßnahmen, die die Schadstoffe an der Quelle ihrer Entstehung mindern, werden auch indirekte Maßnahmen diskutiert und in den letzten Jahren zumeist in Laborversuchen untersucht. Hierzu zählt der Einsatz von Titandioxid (TiO2), das als Suspension auf Oberflächen aufgetragen oder direkt als Zusatzstoff während der Betonherstellung in den Zement beigegeben werden kann. Nanopartikel aus Titandioxid sollen dabei die Stickoxidkonzentrationen an hoch belasteten Standorten durch photokatalytische Reaktionen verringern können. Denkbar ist hier die Beschichtung von geeigneten Oberflächen oder auch die Verwendung von TiO2-versetztem Beton in horizontalen oder vertikalen Bauwerken. Nachdem unter Laborbedingungen ein hohes Potenzial zur Stickoxidminderung nachgewiesen wurde, soll im Zuge dieser Vorstudie festgestellt werden, welche Auswirkungen ein Einsatz von TiO2 auf Oberflächen und Bauwerke haben kann. Weiterhin soll der Einfluss auf die akustischen Eigenschaften von schallabsorbierenden Oberflächen bei Behandlung dieser Oberflächen mit Suspension untersucht werden.

Untersuchung und Bewertung von straßenverkehrsbedingten Nährstoffeinträgen in empfindliche Biotope (84.102)*
Ziel des Projekts ist die Erstellung eines praxisbezogenen Leitfadens zur Bewältigung des Themas Stickstoffeinträge im Rahmen von Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Verträglichkeitsprüfungen und Ausnahmeverfahren für die Planung von Straßen. Der Leitfaden soll Aussagen zu allen notwendigen Arbeitsschritten enthalten. Dies betrifft zunächst die Bestimmung der Emissionsmengen stickstoffhaltiger Stoffe, die Modellierung der Ausbreitung in der Luft und der Deposition in Vegetationsbestände und Gewässer. Daran anknüpfend ist die Empfindlichkeit der verschiedenen FFH-Schutzgegenstände zu definieren, es sind Konventionen für die Bestimmung erheblicher Beeinträchtigungen aufzustellen und Vorschläge für mögliche Maßnahmen zur Schadensbegrenzung zu entwickeln.

Luftqualität an BAB (6390000)
Die 22. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) fordert die Einhaltung von Grenzwerten der Luftschadstoffkonzentration für Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOx), Stickstoffdioxid (NO2), Partikel (PM10), Blei (Pb), Benzol (C6H6) und Kohlenmonoxid (CO). Darüber hinaus werden durch die neue 33. BImSchV neue Schwellen- und Zielwerte für Ozon (O3) vorgegeben. Diese Grenzwerte werden auch bei Planfeststellungsverfahren im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung zugrunde gelegt. Werden Überschreitungen dieser Grenzwerte prognostiziert, können bei Aufstellung eines Luftreinhalteplans zur Minderung der Luftverunreinigungen auch verkehrsbeschränkende Maßnahmen wie Fahrverbote oder Verkehrs- und Geschwindigkeitsbeschränkungen gefordert werden. Im Rahmen dieses Projektes werden die seit 1987 kontinuierlich laufenden Messungen der Luftschadstoffe Stickoxide, Ozon und Partikel an den Messquerschnitten der BASt durchgeführt. Dazu werden die Daten der Luftschadstoffe an drei Messquerschnitten erfasst, messstellenbezogen und vergleichend ausgewertet und für weitergehende Analysen in anderen Projekten aufbereitet. Die Ergebnisse der Messungen fließen darüber hinaus in die regelmäßige Überarbeitung und Aktualisierung des PC-Programms MLuS ein. Die über einen längeren Zeitraum erfassten Daten ermöglichen die Einschätzung der Auswirkungen von neuen oder veränderten Anforderungen.

Akustische Auswirkungen von Lichtsignalanlagen und Kreisverkehren (02.298)*
In dem Projekt wird der in den "Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen" definierte Zuschlag von bis zu 3dB für lichtzeichengeregelte Kreuzungen und Einmündungen mit Hilfe neuester Erkenntnisse im Bereich der Lärmwirkungsforschung überprüft. Außerdem wird die Notwendigkeit einer Zuschlagsvergabe für nicht Lichtzeichengeregelte Kreuzungen, Einmündungen und Kreisverkehre hinsichtlich einer erhöhten akustischen Störwirkung im Vergleich zur durchgehenden Straße untersucht. Es stehen zur Untersuchung der akustischen Auswirkungen von verschiedenen Verkehrsregelungen zahlreiche Messungen, akustische Analysen, Hörtest- und Interviewdaten zur Verfügung. Ferner werden auf Basis einer speziellen Simulationssoftware zusätzliche Geräusche zum Zweck weiterer Prinzipuntersuchungen generiert. Damit kann die Störwirkung von Verkehrsgeräuschen an Straßenverläufen mit und ohne Lichtzeichenregelung erörtert und Vorschläge für Belästigungszuschläge verlässlich erarbeitet werden.

Untersuchung und Bewertung von straßenverkehrsbedingten Nährstoffeinträgen in empfindliche Biotope (02.301)*
Im Rahmen des Projekts wird ein praxisbezogener Leitfaden zur Bewältigung des Themas Stickstoffeinträge im Rahmen von Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Verträglichkeitsprüfungen oder FFH-Ausnahmeverfahren für die Planung von Straßen erstellt. Der Leitfaden soll Aussagen zu allen notwendigen Arbeitsschritten enthalten. Dies betrifft zunächst die Bestimmung der Emissionsmengen stickstoffhaltiger Stoffe, die Modellierung der Ausbreitung in der Luft und der Deposition in Vegetationsbestände und Gewässer (Vor- und Zusatzbelastung). Daran anknüpfend ist die Empfindlichkeit der verschiedenen FFH-Schutzgegenstände (insbesondere FFH-Lebensraumtypen) zu definieren, es sind Konventionen für die Bestimmung erheblicher Beeinträchtigungen aufzustellen und Vorschläge für mögliche Maßnahmen zur Schadensbegrenzung zu entwickeln.

Konzentration und Frachten organischer Schadstoffe im Straßenabfluss (05.152)*
Ziel des Projekts ist die Ermittlung von Konzentrationen und Frachten organischer Schadstoffen im Straßenabfluss, die nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU WRRL) al prioritär eingestuft sind. Dazu werden Proben an mehreren Standorten an Bundesfernstraßen entnommen. Die Auswahl der Standorte erfolgt nach Kriterien wie beispielsweise Verkehrsbelastung, Fahrbahnbelag und möglichen Einflüsse aus dem unmittelbaren Verkehrsumfeld.

Machbarkeitsstudie zur NO2-Emissions-/Immissionsproblematik (77.494)*
Trotz der Erfolge bei der Minderung der NOx-Emissionen werden heute an zahlreichen Stellen in Deutschland die ab dem Jahr 2010 gültigen Luftqualitäts-Grenzwerte für NO2 überschritten. Aktuelle Studien zeigen, dass neben den NOx-Emissionen insbesondere die primären NO2-Emissionen der Kraftfahrzeuge einen großen Einfluss auf die Immissionskonzentrationen haben. Zur Ableitung effizienter Maßnahmen zur Reduzierung der NO2-Immissionsbelastungen ist es notwendig, die Gründe für die Belastungen genau zu identifizieren. Ziel des Projekts ist es herauszuarbeiten, welche detaillierten Untersuchungen (Prüfstands- sowie Immissions-Messungen) durchführbar und durchzuführen sind, um die noch ungeklärten Zusammenhänge der Emission und Immission von NO2 zu erforschen und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Aktualisierung der Datenbank MARLIS (02.296)*
Um die Aktualität der Datenbank MARLIS zu gewährleisten, ist eine regelmäßige Überarbeitung der Inhalte notwendig. Im Rahmen der Aktualisierung sollen alle Maßnahmen (national und international) ausgewertet werden, die nach dem Abschluss der Recherchen zu MARLIS im Mai 2006 durchgeführt und veröffentlicht wurden. Die neu ermittelten Maßnahmen zur Luftreinhaltung an Verkehrswegen werden in MARLIS aufgenommen. Im jährlichen Turnus soll eine überarbeitete Version von MARLIS veröffentlich werden. Die Überarbeitung schließt insbesondere eine Erweiterung der Möglichkeiten der Datenbankabfragen ein, wobei insbesondere Anregungen und Wünsche aus den Rückmeldungen der Anwender berücksichtigt werden.

Ermittlung eines Korrekturterms für die Temperaturabhängigkeit der Emissionen von Straßenoberflächen (02.300)*
Für die Überarbeitung des "Verfahrens zur Messung der Geräuschemission von Straßenoberflächen" (GEStrO-92) ist in Übereinstimmung mit ISO 11819-1 die Aufnahme einer belagsabhängigen Temperaturkorrektur der gemessenen SPB-Pegel vorgesehen. Durch Messreihen an verschiedenen Fahrbahnbelägen bei unterschiedlichen Temperaturen sollen in diesem Projekt Korrekturterme für Belagsfamilien ermittelt werden. Zusätzlich soll ein Vergleich der gefundenen Korrekturterme mit in anderen Ländern auf dortigen Belägen ermittelten Werten vorgenommen werden.

Rechnerische und experimentelle Optimierung von Lärmschutzwänden (02.280)*
Eine moderne Lärmschutzwand, die ihre Schutzaufgabe erfüllt, ästhetischen Vorstellungen entspricht und den vorgesehenen Kostenrahmen nicht sprengt, stellt ein komplexes System dar, das von einer Vielzahl von Eigenschaften und Parametern abhängt. Zu diesen zählen unter anderem die akustische Beschaffenheit einzelner Wandabschnitte, ihre Form und Abmessungen, die verwendeten Werkstoffe, aber auch die bei der bautechnischen Umsetzung entstehenden Kosten. Derartig komplexe Systeme können seit einiger Zeit mit Hilfe moderner Optimierungsverfahren effizient analysiert werden. Als Ergebnis solcher Analysen kann dann ein optimierter Entwurf ausgearbeitet werden. Mit dieser Methodik lassen sich Lärmschutzwände entwerfen, die zum Beispiel den maximalen Lärmschutz bei begrenztem Budget gewährleisten oder Lärmschutzvorgaben zu möglichst geringen Kosten einhalten. Im aktuellen Projekt sollen erstmalig Aufwand-Nutzen-Analysen mit Mitteln der parameterbezogenen Optimierung auf dem Gebiet der Lärmschutzwände durchgeführt werden. Abschließend wird die Wirksamkeit einer optimal ausgelegten Schutzwand mittels Berechnung und Messungen überprüft.

Messung des verkehrsbedingten Stoffeintrages in den Straßenseitenraum - 2008 (6308002)
Durch Emissionen des Straßenverkehrs werden Schadstoffe in den Straßenseitenraum eingetragen. Ein großer Teil davon lagert sich auf dem Bankett oder am Rand der Fahrbahn ab und gelangt dann je nach Art der Entwässerung mit dem Straßenabfluss auf und in die angrenzenden Böden. Durch jahrzehntelangen Eintrag haben sich so neben den Fahrbahnen stark befahrener Straßen Böden mit relativ hohen Schwermetallgehalten gebildet. Auch organische Stoffe wie polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) weisen oft gegenüber der Umgebung erhöhte Konzentrationen auf. Die derzeitige Höhe und zeitlich/räumliche Veränderungen der Einträge in den Boden oder in Entwässerungseinrichtungen sowie die mit dem Sickerwasser transportierte Schadstoffmenge sollen beurteilt werden. Die Ergebnisse dienen der Reduktion der Umweltbelastung und der Verbesserung der Effizienz der Planung, des Baus und des Betriebs von Straßen durch Integration der erforderlichen Umweltschutzmaßnahmen.

Entwicklung eines Handlungsleitfadens für Vermeidung und Kompensation verkehrsbedingter Wirkungen auf die Avifauna (02.286)*
Verkehrsbedingte Belastungen von Arten und Lebensräumen spielen im Rahmen von Verträglichkeitsprüfungen, der Eingriffsregelung sowie artenschutzrechtlichen Fragestellungen eine zunehmend wichtige Rolle. Schadensbegrenzungs-, Vermeidungs- und Kompensationsmaßnahmen sind abzuleiten und festzulegen. Die Auswirkungen von Straßen auf Vögel werfen dabei in aktuellen Planungen immer wieder Fragestellungen auf, die zu Verzögerungen und Verteuerungen der Zulassungsverfahren führen. Um die bestehenden Unsicherheiten auszuräumen und weitreichende Konsequenzen bezüglich Lage und Umfang der Schadensbegrenzung naturschutzfachlich korrekt auf erhebliche Beeinträchtigungen im Einzelfall zurückzuführen, ist ein genaues Wissen erforderlich. Im Rahmen des Projekts soll die potenzielle Empfindlichkeit der Arten oder Artengruppen gegenüber verkehrsbedingtem Lärm abgeschätzt und zur Gruppenbildung herangezogen werden. Ergebnis soll ein Leitfaden sein, in dem eine Methode zur Berücksichtigung der lokalen Besonderheiten vorgestellt wird. Damit können Behörden und Planungsbüros im Rahmen einer konkreten Planung eine genauere Bestimmung von Relevanzschwellen anhand transparenter und standardisierter Kriterien vornehmen.

Lärmschutzwände mit Beugungskante aus Helmholtz-Resonatoren für Lkw (02.292)*
Ohne eine Verstärkung der Tragkonstruktion vorzunehmen stellt die Erhöhung der Wirksamkeit von vorhandenen Lärmschutzwänden aus technischer Sicht eine große Herausforderung dar. In diesem Zusammenhang ist der Einsatz von entsprechend dimensionierten Helmholtz-Resonatoren besonders vielversprechend. Sie werden auf der oberen Kante einer Schutzwand angebracht. Mit ihrer Hilfe lassen sich Schallschutzwände gezielt auf verschiedene Frequenzspektren des Verkehrslärms einstellen, wodurch die erforderliche Wandhöhe erheblich reduziert oder die Wirksamkeit einer gleich großen Wand wesentlich verbessert werden kann. Im Rahmen des Projekts sollen Rechenmodelle und Berechnungsgrundlagen geschaffen und validiert werden, die die Auslegung der neuen Beugungskanten und die optimale Dimensionierung und Anordnung der Helmholtz-Resonatoren erlauben. Dabei steht der für Schnellstraßen charakteristische Lkw-Lärm im Mittelpunkt der Untersuchungen.

Entwicklung von technischen Möglichkeiten zur Vernetzung von Lebensräumen unter Brücken (02.261)*
Straßenbrücken über Bach- und Flussläufe werden vielfach so ausgestattet, dass sie entsprechend der Eingriffsregelung in der Lage sind, Zerschneidungswirkungen der Straße auf Natur und Landschaft, insbesondere die Fauna, zu mindern. Bei den realisierten Maßnahmen ist jedoch vielfach eine unzureichende Effektivität und Funktionalität hinsichtlich der angestrebten Vernetzung zu beobachten. Limitierende Faktoren sind insbesondere die Wasserversorgung und die Belichtung, die die Entwicklung einer ausreichenden Vegetationsschicht verhindern. Ziel des Projekts ist es, zu prüfen, ob mittels technischer Bewässerungssysteme oder Querschnittsaufweitung eine Verbesserung der Vernetzungsfunktion erreicht werden kann. Abschließend werden die erreichbaren ökologischen Effekte den Herstellungs-/Betriebskosten sowie den Faktoren Zuverlässigkeit/Störanfälligkeit der geprüften System gegenübergestellt.

Einfluss innerörtlicher Grünflächen und Wasserflächen auf die PM10-Belastung (77.485)*
Die Einhaltung der PM10-Grenzwerte der 22. Bundesimmissionsschutzverordnung bereitet innerstädtisch große Schwierigkeiten. Im Zuge der Luftreinhalteplanung werden effektive Maßnahmen benötigt, die zu einer Absenkung der Luftschadstoffbelastung führen. Eine der wesentlichen Ursachen für innerstädtische Überschreitungen der Grenzwerte ist die Zusatzbelastung an stark befahrenen Straßen bei jahreszeitlich oder wetterbedingt hohen Belastungen. Im Rahmen des Projekts soll untersucht werden, ob und wie viel feinstaubbindende Wirkung innerstädtische Grünflächen, begrünte Dächer und Wände sowie Wasserflächen aufweisen. In der Nähe stark befahrener Straßen wird die staubbindende Wirkung typischer innerstädtischer Grünsituationen, bewachsener Böden, begrünter Dächer und Wände sowie Wasserflächen untersucht und quantifiziert. Da der Hauptanteil der Überschreitungstage für die Feinstaubgrenzwerte in den Wintermonaten registriert wird, sollen vor allem auch die schwebstaubbindende Wirkung immmergrüner Pflanzen, winterlicher Grünflächen und „abiotischer“ Senken wie Wasserflächen oder Kiesdächer untersucht werden.

Dokumentation über Querungshilfen für Tiere und zur Vernetzung von Lebensräumen an Bundesfernstraßen in Deutschland (06638)
Ende 2001 wurde das Projekt "Minimierung von Zerschneidungseffekten" abgeschlossen, in dessen Rahmen 1998 eine Länderumfrage über realisierte Querungshilfen für Tiere über Straßen in Deutschland durchgeführt wurde. In der Zwischenzeit wurden einige neue Querungshilfen (Grünbrücken, Tierdurchlässe) errichtet und weitere geplant, die der Vernetzung von Lebensräumen dienen. Im Rahmen des Projekts sollen Informationen über die etwa 80 Grünbrücken, schätzungsweise ebenso viele Tierunterführungen sowie über zahlreiche ökologisch gestaltete Fließgewässerquerungen, Fischotter- und Kleintierdurchlässe aktualisiert oder erstmals erhoben werden, um den Ist-Zustand darzustellen und um diesbezügliche Aktivitäten des deutschen Straßenbaus zu dokumentieren. Für die betrachteten Bauwerke soll ein Abgleich mit dem Regelwerk "Merkblatt zur Anlage von Querungshilfen für Tiere und zur Vernetzung von Lebensräumen an Straßen" erfolgen. Bei entsprechender Eignung werden die Informationen über die Bauwerke so aufbereitet, dass sie als Richtgrößen für ein zu entwickelndes Verfahren zur Klassifizierung der Lebensraum-Verbundwirkung von Straßenbauwerken dienen können.

Überarbeitung der GEStrO-92 (06633)
Das "Verfahren zur Messung der Geräuschemission von Straßenoberflächen" (GEStrO-92) ist nicht mehr aktuell. Bei einem Workshop im Sommer 2005 wurden diverse Defizite und Verbesserungsvorschläge aufgezeigt. Letztere sollen im Rahmen des Projekts mit Messungen validiert und dann in die neue GEStrO aufgenommen werden. Messungen nach der neuen GEStrO sind Voraussetzung für die Festlegung neuer DStrO-Werte (Korrekturwert bei der Berechnung des Emissionspegels, der den akustischen Eigenschaften der Straßenoberfläche Rechnung trägt) in den ebenfalls überarbeiteten Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen (RLS 90).

Vernetzungseignung von Brücken im Bereich von Lebensraumkorridoren - Pilotstudie (06634)
Entsprechend der Eingriffsregelung des Bundesnaturschutzgesetzes muss die zerschneidende Wirkung von Straßen auf Lebensräume von Tieren minimiert werden. Wie andere Verkehrswege stellen auch Bundesfernstraßen Barrieren innerhalb von Biotopverbundsystemen/Lebensraumkorridoren dar. Es existieren im Straßenverlauf allerdings eine Vielzahl von Brückenbauwerken, die potenziell als Querungshilfe für Tiere geeignet sind. In dieser Pilotstudie soll an Beispielstrecken eine Methodik erarbeitet werden, mit der die Eignung von Brückenbauwerken im Straßenverlauf als verbindende Elemente für von Straßen durchquerte Biotope beurteilt werden kann. Für die ökologische Beurteilung der Bauwerke sind Informationen erforderlich, die zum Teil bereits im ISBW (Informations-System-Bau-Werke) vorhanden sind (zum Beispiel Abmessungen, Lage, überquertes Objekt), zum Teil aber noch erhoben werden müssen. Ergänzende Informationen über das Umfeld einer Brücke wie beispielsweise besiedelter/unbesiedelter Bereich, Talquerung, landwirtschaftliche/forstwirtschaftliche Nutzfläche lassen sich durch Auswertung von Luftbildern gewinnen. Diese müssen vor Ort verifiziert und Angaben über die Beschaffenheit des Raumes unter der Brücke (Pflasterung, Boden, Bewuchs, Feuchtigkeit, Lichteinfall) hinzugefügt werden.

Straßenausstattung und Fallenwirkung für Tiere (02.262)*
Viele Tiere treffen mehr oder minder zufällig bei ihren Wanderbewegungen auf Fallensituationen an Verkehrseinrichtungen. So geraten sie zum Beispiel zwischen Lärmschutzwände oder fallen in Einlaufschächte, aus denen es kein Entrinnen gibt. Fledermäuse suchen gezielt Hohlräume an Brücken auf und finden nicht wieder hinaus, Insekten werden von Straßenlampen angelockt und verenden. Im Rahmen des Projekts sollen die Fallenwirkungen verschiedener Bauwerke analysiert und die Auswirkungen auf Populationen ermittelt werden.

Einfluss der Laufsohlenbeschaffenheit auf die Annahme und erfolgreiche Durchquerung von Kleintierdurchlässen durch Amphibien, Kleinsäuger und Gliedertiere (02.263)*
Straßen durchqueren vielerorts die Lebensräume von Amphibien. Um den Tieren das Erreichen ihrer Laichgewässer- oder Sommerlebensräume zu ermöglichen, werden Amphibienschutzanlagen an Straßen gebaut. Diese sind Minimierungsmaßnahmen im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes. Neuere Wirksamkeitsuntersuchungen an Amphibienschutzanlagen zeigen jedoch starke Unterschiede in der Nutzung der Tunnel durch die Tiere. Dies kann in Einzelfällen soweit gehen, dass die Individuenzahlen mancher Populationen trotz der Schutzanlagen kritisch zurückgehen. Im Rahmen des Projekts soll untersucht werden, inwieweit die Beschaffenheit der Laufsohlen in den Amphibientunneln und das in ihnen herrschende Mikroklima einen Einfluss auf die Durchquerungsrate nehmen. Dies wird experimentell an einer Auswahl verschiedener Amphibientunnel überprüft. Es sollen Vorgaben zur Optimierung der Laufsohlenbeläge und Maßnahmen zur Verbesserung des Mikroklimas entwickelt werden. Damit soll eine Steigerung der Wirksamkeit derartiger Anlagen auf eine zum Erhalt der Populationen notwendigen Querungsrate erreicht werden.

DEUFRAKO Prediction and Propagation of Rolling Noise (P2RN) (05633)
Ziel des Projekts ist die Optimierung neuer Straßenbelags-Konzepte in Bezug auf Reifen-Fahrbahn Geräusche und damit insgesamt die Abnahme der Straßenverkehrsgeräusche. Unter Leitung des Laboratoire Central des Ponts et Chausses (LCPC) und der BASt kooperieren französische und deutsche Institute während dieses zweijährigen Projekts. Der theoretische Ansatz basiert auf dem SPERoN (Statistical Physical Explanation of Rolling Noise) Modell, das durch einen der Partner (Müller-BBM) entwickelt wurde, und das für in Deutschland übliche Bauweisen bereits durch Messungen validiert wurde. Zusätzlich zur Anwendung dieses Modells werden Schallausbreitungssimulationen durchgeführt, so dass sowohl das Reifen/Fahrbahngeräusch (Nahfeld) als auch die Ausbreitung des Schalls (Fernfeld) untersucht werden. Die Nahfeld-Auswertung ist für die Klassifizierung der Beläge wichtig, während die Fernfeld-Auswertung wichtige Hinweise auf die Umwelt-Auswirkungen gibt, die zum Beispiel in der europäischen Umgebungslärm-Richtlinie berücksichtigt werden sollen (weitere Informationen zum Projekt).

Geräuschspektren von Pkw und Lkw auf unterschiedlichen Straßendecken (03631)
Art und Textur von Fahrbahnoberflächen beeinflussen das Reifen-Fahrbahn-Geräusch unterschiedlich. Bisher durchgeführte Messungen und Auswertungen von statistischen und kontrollierten Vorbeifahrten auf unterschiedlichen Fahrbahnoberflächen geben zwar Aufschluss über etwaige Lärmminderungen der Straßendecken, klären aber die Ursachen nicht. Dazu bedarf es vielmehr einer frequenzanalytischen Auswertung. Erst mit ihr können die Frequenzbereiche angegeben werden, die für den jeweiligen Belag maßgeblich an der Entstehung des Geräusches verantwortlich sind. Insbesondere für offenporige Beläge können zusammen mit Ergebnissen aus Messungen des Strömungswiderstandes, der Absorption und der Reflexion Vorschläge zu deren Optimierung erarbeitet werden. Ziel des Projektes ist es, aus Frequenzanalysen von Vorbeifahrtpegeln Hinweise für die gleichzeitige Minimierung von Pkw- und Lkw-Emissionen abzuleiten.

* Projekt wird extern bearbeitet



Diese Seite: