Bürgerfreundliche und behindertengerechte Gestaltung des Straßenraums
Unter Federführung der Bundesanstalt für Straßenwesen wurde für die Planung und Durchführung von Baumaßnahmen im Straßenraum durch eine Projektgruppe das 1992 erschienene Handbuch "bürgerfreundliche und behindertengerechte Gestaltung des Straßenraums" vollständig überarbeitet neu aufgelegt.
Breiten- und Längenbedarf für Mobilitätsbehinderte
Problem
In der Vergangenheit geschah es immer wieder, dass bei Baumaßnahmen im Straßenraum die Bedürfnisse von Mobilitätsbehinderten nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Aus diesem Grunde entstand 1992 unter Federführung der BASt das Handbuch für Planer und Praktiker "bürgerfreundliche und behindertengerechte Gestaltung des Straßenraums". Die Nachfrage nach dem Handbuch war groß und die Auflage von 22.000 Stück schnell vergriffen. Schon bei der Erstauflage war vorgesehen, den Text zu aktualisieren. In der nun vorliegenden vollständig überarbeiteten Neuauflage wurden Ergebnisse aus neueren Veröffentlichungen, Normungen und Untersuchungen für die behindertengerechte Planung des Straßenraums eingearbeitet.
Vorgehen
Unter der Geschäftsführung der BASt wurde eine Projektgruppe aus Fachleuten von Universitäten, Gemeinden und Verbänden gebildet. Der von dieser Projektgruppe erarbeitete Entwurf der Neuauflage wurde an knapp 100 Konsulenten, die direkt oder indirekt mit dem Thema vertraut sind, zur kritischen Durchsicht geschickt. 25 von ihnen sandten Stellungnahmen ein, die nach kritischer Würdigung durch die Projektgruppe Zugang in die endgültige Fassung des Handbuchs fanden.
Betroffener Personenkreis
Die im Handbuch beschriebenen Gestaltungsmaßnahmen im Straßenraum kommen nicht nur mobilitätsbehinderten Personen zugute, sondern allen Personen, die sich im öffentlichen Raum bewegen. Eine zeitlich begrenzte Behinderung kann jeden treffen, zum Beispiel Personen mit sperrigem oder schwerem Gepäck oder Einkaufstaschen, Mütter mit Kinderwagen, Schwangere, Patienten mit eingegipstem Bein sowie Senioren. Je älter ein Mensch wird, umso eher ist mit einer Mobilitätsbehinderung zu rechnen.
Als mobilitätsbehindert im engeren Sinn sind Personen zu verstehen, die wegen einer dauerhaften Behinderung in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind. Zu ihnen gehören bewegungs- oder wahrnehmungsbehinderte Menschen, aber auch Personen mit geistiger und psychischer Behinderung.
Angaben über die genaue Anzahl mobilitätsbehinderter Personen gibt es nicht. Bekannt ist die Zahl der Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis (Grad der Behinderung über 50 %). Sie beträgt 6,6 Millionen beziehungsweise 8,1 % der Gesamtbevölkerung.
Inhalt des Handbuchs
Eine behindertengerechte Gestaltung des Straßenraums erlaubt mobilitätsbehinderten Personen, sich auf der Straße, im Wohnumfeld, in öffentlichen Gebäuden zu bewegen und öffentliche Verkehrsmittel und Einrichtungen sowie Freizeitanlagen zu nutzen.
Im Einzelnen geht das Handbuch auf folgende Gestaltungselemente ein:
- Entwurf und bauliche Gestaltung von Straßen, Gehwegen, Haltestellen et cetera
- Überwindung von Höhenunterschieden
- Orientierungshilfen inklusive Lichtsignalanlagen
- Ausstattung von Straßen, Plätzen, Freizeitanlagen.
Planern und Gestaltern des Straßenraums soll das Handbuch praktikable Anregungen dafür geben, wie sie bei Neuplanungen, aber auch bei nachträglichen Änderungs- und Anpassungsmaßnahmen die Anforderungen der mobilitätsbehinderten Personen in geeigneter Form erfüllen können. Dabei finden die gültigen Normen und Richtlinien sowie die Erkenntnisse und Erfahrungen aus Forschung und Praxis Berücksichtigung.
Infos zum Berichtdirekt - Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden. Bürgerfreundliche und behindertengerechte Gestaltung des Straßenraums
Ein Handbuch für Planer und Praktiker. 2. völlig neu bearbeitete Auflage, 54/2000.Herausgeber und Bezugsmöglichkeit:
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen,
11030 Berlin Verlag:
FMS Fach Media Service Verlagsgesellschaft mbH, 61295 Bad Homburg
Design of roadway areas so as to be public-friendly and provide access facilities for the disabled
The manual "Design of roadway areas so as to be public-friendly and provide access facilities for the disabled", originally published in 1992, has been completely revised under the overall supervision of the Federal Highway Research Institute (BASt). The proposals described in the manual are not only of benefit to the disabled and those with impaired mobility, but they also help everyone who uses roadway areas. Based on this the manual provides all institutions and individuals working in the area with an overview of currently valid proposals, directives, guidelines and regulations and presents a large number of ideas as to how the justified interests of the disabled may best be served.
