Fotomontage aus Bildern der Arbeitsbereiche der Bundesanstalt für Straßenwesen



Leiser Straßenverkehr

In den vergangenen 20 Jahren hat der Verkehrslärm an Autobahnen deutlich zugenommen - durchschnittlich um 2,5 dB(A). Bei höheren Geschwindigkeiten entsteht der Verkehrslärm hauptsächlich durch das Abrollgeräusch der Reifen auf der Straße. Dieses Reifen-Fahrbahn-Geräusch ist zur dominierenden Schallquelle geworden – bei Pkw ab 40 km/h und bei Lkw ab 70 km/h.

Die gesellschaftliche Bedeutung der Lärmproblematik und die Erkenntnis, dass Reifen und Fahrbahnen zusammen optimiert werden müssen, führte Forschungsinstitute, Universitäten, Reifen-, Fahrzeug- und Straßenbauindustrie zusammen. Mit finanzieller Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, wurde das Verbundprojekt "Leiser Straßenverkehr" konzipiert. Das Management des Projekts liegt bei der Bundesanstalt für Straßenwesen.

Inzwischen ist das Verbundprojekt 1 "Reduzierte Reifen-Fahrbahn-Geräusche" abgeschlossen und Leiser Straßenverkehr 2 begonnen. Die Ergebnisse von Leiser Straßenverkehr 1 sind im Heft S 37 der Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen veröffentlicht.

Über das inzwischen begonnene Verbundprojekt Leiser Straßenverkehr 2 wird auf der Internetseite www.leistra2.de berichtet.

Bislang sind im Wesentlichen zwei Hauptursachen für diese Geräuscherzeugung gefunden worden: die Schwingungen des Reifens und die Bildung aerodynamischer Schallquellen im Reifenprofil - und dies im Zusammenspiel mit der Rauheit der Straßenoberfläche. Reifen und Fahrbahn sind als Gesamtsystem, also als Reifen-Fahrbahn-Kombination, zu betrachten. Nur wenn Reifen und Fahrbahn gemeinsam lärmtechnisch optimiert werden, kann langfristig wirksam und gleichzeitig wirtschaftlich der Straßenverkehrslärm reduziert werden. Dabei ist auch die Verkehrssicherheit, beispielsweise die Griffigkeit bei Nässe, zu berücksichtigen.

Das Projekt Leiser Straßenverkehr 1 war in 22 Teilprojekte untergliedert. Erklärte Ziele waren:

  • Innerhalb von drei Jahren sollten um 3 dB(A) leisere Komponenten des Gesamtsystems "Reifen/Fahrzeug/Fahrbahn" entwickelt, gebaut und erprobt werden.
  • Binnen fünf Jahren sollte mit Hilfe von Rechenmodellen ein um 5 dB(A) leiseres Gesamtsystem konzipiert werden.

Das erste Ziel wurde durch die Entwicklung von neuen leisen Pkw-Reifen in Kombination mit lärmtechnisch optimierten Straßenbelägen aus Asphalt und Beton, aus denen das Bundesautobahnnetz zu 70 % und 30 % besteht, erreicht. Zusätzlich wurden im Rahmen des Projekts leisere runderneuerte Pkw- und Lkw-Reifen, geräuschabsorbierende Pkw-Radhäuser sowie lärmreduzierte Fahrbahnübergänge entwickelt und untersucht.

Um innovative, leise und griffige Fahrbahnoberflächen in der Praxis testen zu können, wurde eine Versuchsstrecke angelegt. Diese befindet sich auf der Bundesstraße B 56 bei Düren. Auf einer Länge von 2,4 Kilometern wurden neun Testfelder mit verschiedenen Fahrbahnoberflächen eingebaut. Erste Ergebnisse wurden im Oktober 2003 bei einer Veranstaltung auf der B 56 präsentiert.

Die Partner des Projekts "Leiser Straßenverkehr - Reduzierte Reifen-Fahrbahngeräusche":

  • Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch Gladbach
  • Celanese Emulsions GmbH, Frankfurt
  • Continental AG, Hannover
  • Eurovia Services GmbH, Bottrop
  • Federal Mogul - Sollinger Hütte GmbH, Uslar
  • Forschungsinstitut der Zementindustrie, Düsseldorf
  • Gebrüder von der Wettern GmbH, Köln
  • Gütegemeinschaft Verkehrsflächen aus Beton e. V., Köln
  • Heidelberger Zement AG, Blaubeuren
  • Müller BBM, Planegg
  • STRABAG AG, Köln
  • Technische Universität Hamburg-Harburg
  • TPA Bau- und Umwelttechnik GmbH, Köln
  • Universität Hannover, Institut für Baumechanik und Numerische Mechanik
  • Volkswagen AG, Wolfsburg
  • Wirtgen GmbH, Windhagen

Weiter Infornationen unter: www.fv-leiserverkehr.de

Zusatzinformationen

Foto einer hochbelasteten Betondecke unter VerkehrHochbelastete Betondecke unter Verkehr

Foto eines ReifensReifen und Fahrbahn sind bei der Geräuschreduzierung als Gesamtsystem zu betrachten

Logo des Forschungverbunds

Foto mit StraßenbauarbeitenStraßenbeläge werden lärmtechnisch optimiert

Foto einer Veranstaltung im Oktober 2003: Präsentation der Ergebnisse auf der VersuchsstreckePräsentation der Ergebnisse auf der Versuchsstrecke

Logo des Projekts



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