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Schutzeinrichtungen an Straßen

Einsatz von Fahrzeug-Rückhaltesystemen in Deutschland vor dem Hintergrund neuer europäischer Normen

Das Foto zeigt eine Autobahn mit SchutzeinrichtungenBisherige Standard-Schutzeinrichtungen an einer Autobahn nach RPS 89

Fahrzeug-Rückhaltesysteme gehören zu den Bauprodukten und unterliegen damit auf der europäischen Ebene der Bauproduktenverordnung. Das bedeutet, dass sie innerhalb der Europäischen Union nur dann angeboten und gehandelt werden dürfen, wenn ihre Brauchbarkeit nachgewiesen wurde. Der Nachweis der Brauchbarkeit gilt als erbracht, wenn ein Bauprodukt mit den zugehörigen Anforderungen einer europäischen Norm oder einer Europäischen Technischen Zulassung übereinstimmt.

Für Fahrzeug-Rückhaltesysteme ist die entsprechende europäische Norm die DIN EN 1317. Diese wurde zum 01.01.2008 harmonisiert und hatte eine Übergangsfrist von drei Jahren. Also dürfen seit dem 01.01.2011 in Europa nur noch CE-gekennzeichnete Fahrzeug-Rückhaltesysteme (mit Ausnahme der Produkte nach Teil 4 der DIN EN 1317) in Verkehr gebracht werden.

Die Anforderungen dieser Europäischen Norm wurden im Arbeitsschuss 3.7 der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) bei der Erarbeitung der neuen Richtlinien für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme (RPS 2009) berücksichtigt. Die RPS 2009 regeln den Einsatz von Fahrzeug-Rückhaltesystemen an Straßen in Deutschland, also unter welchen Bedingungen Schutzeinrichtungen, Anpralldämpfer, Übergangskonstruktionen und Anfangs- und Endkonstruktionen zum Schutz vor Abkommen von der Fahrbahn eingesetzt werden.

Das Foto zeigt Schutzeinrichtungen aus Stahl und Beton Neu installierte Schutzeinrichtungen aus Stahl und Beton mit Übergangskonstruktion nach RPS 09

Einsatzempfehlungen

Ergänzend zu den RPS 2009 wurden vom Bund-Länder-Arbeitsgremium Einsatzempfehlungen für Fahrzeug-Rückhaltesysteme erarbeitet, die den Straßenbauverwaltungen Hilfestellungen bei der Umsetzung der RPS 2009 geben sollen. In den Einsatzempfehlungen sind Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, die angewendet werden können, wenn die Regelungen der RPS 2009 nicht vollständig eingehalten werden können, beispielsweise erforderliche Längenkürzungen der Schutzeinrichtung aufgrund einmündender Wege.

Das Foto zeigt einen AnpralldämpferEinsatz eines Anpralldämpfers nach RPS 2009

Darüber hinaus wurden vom BMVI die „Technischen Kriterien für den Einsatz von Fahrzeug-Rückhaltesystemen in Deutschland“ eingeführt. Hierin werden Kriterien beschrieben, die in Ausschreibungen für die jeweilige Aufgabe häufig nachgefragt werden und aufgrund der möglichen örtlichen Gegebenheiten ebenfalls erfüllt werden müssen. Die "Technischen Kriterien für den Einsatz von Fahrzeug-Rückhaltesystemen in Deutschland" stehen hier zum Download bereit: Regelwerke zum Download

Fahrzeug-Rückhaltesysteme, die bereits nach den Technischen Kriterien bewertet wurden, werden in der zugehörigen technischen Übersichtsliste geführt. Diese wird kontinuierlich fortgeschrieben und kann hier abgerufen werden: Straßenausstattung

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Der Film zeigt einen Anprallversuch nach der europäischen Norm DIN EN 1317 „Rückhaltesysteme an Straßen“: Der 10-Tonnen-Lkw prallt mit 70 km/h unter einem Winkel von 15 Grad gegen die Stahlschutzeinrichtung.

Einführung von Leistungsklassen

In den RPS 2009 wird nicht mehr der Einsatz bestimmter Schutzeinrichtungen empfohlen, sondern es werden systemneutrale Anforderungen in Form von Leistungsklassen für die unterschiedlichen Einsatzbereiche festgelegt. Die europäische Anforderungs- und Prüfnorm DIN EN 1317 „Rückhaltesysteme an Straßen“ definiert diese Leistungsklassen.

Hersteller, die Fahrzeug-Rückhaltesysteme auf dem Markt anbieten wollen, lassen diese nach den Vorgaben der CEN-Normen prüfen, um Nachweise über die Leistungsfähigkeit beim Anprall unterschiedlich schwerer Fahrzeuge an ihre Rückhaltesysteme zu erbringen.

Um eine CE-Kennzeichnung zu erlangen, muss der Hersteller sein Produkt bei einer notifizierten Prüfstelle nach DIN EN 1317 prüfen lassen, eine werkseigene Produktionskontrolle aufbauen und von einer notifizierten Überwachungsstelle überwachen lassen. Abschließend wird das Produkt unter Vorlage aller nach DIN EN 1317 erforderlichen Unterlagen bei einer notifizierten Zertifizierungsstelle wie der BASt (NB 0760) zertifiziert.

Erst nach Durchlauf dieses Prozesses und der Ausstellung des EG-Konformitätszertifikats durch die Zertifizierungsstelle darf der Hersteller das CE-Kennzeichen auf seinem Produkt anbringen.

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