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Wege aus dem Stau

Durch Baustellen verursachte Staus belasten nicht nur Autofahrer, sondern stellen auch Planer, Betreiber und Baudurchführende vor besondere Probleme. Um Erfahrungen auszutauschen sowie Möglichkeiten und Problematiken zu besprechen, fanden in 2013 zwei Seminare unter dem Titel "Staustelle Baustelle" statt: am 12. September 2013 in Hannover und am 25. September 2013 in Stuttgart. Veranstaltet wurden die Seminare durch die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) in Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrsministerium, der BASt und der Bauindustrie. Durch die Vorträge und Diskussionen konnten einige wichtige Erkenntnisse gewonnen werden.

Baustelle auf einer Autobahn

Es besteht noch erhebliches Potenzial, um Arbeitsstellen an Straßen effizienter und störungsärmer für den Verkehr abzuwickeln als dies heute vielfach erfolgt. Auch wenn nicht alle Ansätze in gleichem Maße infrage kommen, sollte doch künftig vermehrt geprüft werden, ob bautechnische Innovationen und moderne Ansätze des Baustellen- und Verkehrsmanagements nicht in jedem Einzelfall eine Alternative zu der konventionellen Bauabwicklung und Verkehrsführung darstellen. Insbesondere die volkswirtschaftlichen Einsparungen, die mit geringeren Störungen des Verkehrsflusses und Vermeidung von Unfällen infolge baustellenbedingter Staus einhergehen, können die Mehraufwendungen für technisch komplexere und teurere Lösungen vielfach rechtfertigen.

Mindestbreiten

Ein erster Ansatz ist die Festlegung von akzeptablen Mindesbreiten der einzelnen Fahrstreifen in Baustellenbereichen. Dies wurde nicht nur in den Richtlinien für die Anlage von Autobahnen berücksichtigt, um baustellenbedingten Einschränkungen entgegenzuwirken, sondern fand auch Anklang bei der Überarbeitung der Richtlinien über die Sicherheit an Arbeitsstellen an Straßen.

Softskills

Neben rein technischen Ansätzen wird aber auch den "Softskills" eine wesentliche Bedeutung zugesprochen. Hiermit sind vor allem zwei Punkte gemeint: Zum ersten, dass der für die Baustelle Verantwortliche seine Rolle als Dienstleister für den Verkehrsteilnehmer versteht und zum anderen das Verständnis der Autofahrer für die Baumaßnahmen.

Zeitpunkt

Auf Seiten der am Bau Beteiligten ist der sensible Umgang mit der Frage, in welcher Zeit Maßnahmen durchgeführt oder Baustellen eingerichtet werden, zu berücksichtigen. So können schon mit einfachen Mitteln erhebliche Verbesserungen erzielt werden, beispielsweise mit der Baubetriebsform 2 "verlängerte Tagesschicht unter vollständiger Ausnutzung des Tageslichts". Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit müssen die Verkehrsteilnehmer über die Notwendigkeit der Arbeiten und die damit verbundenen Einschränkungen informiert werden.

Baustelle auf einer Autobahn

24-Stunden-Baustelle

Bauen rund um die Uhr kann nur in besonders kritischen Fällen bezüglich der Verkehrsprobleme in Betracht kommen, da damit unter anderem Probleme im Bereich des Arbeitsschutzes, Belästigung von Anwohnern, Lieferprobleme am Wochenende und der Entzug von Kapazitäten für andere Maßnahmen einhergehen. Auch müssen Wege gefunden werden, mit den Beschränkungen umzugehen, die das öffentliche Dienstrecht und die Tarifverträge bei Dreischichtbetrieb mit sich bringen, wenn die Verwaltung den Auftragnehmern als gleichberechtigter Partner gegenübertreten soll.

Vollsperrungen

Es ist davon auszugehen, dass in Zukunft weitaus häufiger ganze Fahrbahnen gesperrt werden. Dies kann zwar zu stärkeren Verkehrsbeeinträchtigungen führen, bietet jedoch die Möglichkeit, Baumaßnahmen schneller und im Sinne der Arbeitsschutzbelange sicherer abzuwickeln.

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