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Lang-Lkw

Die Bundesregierung hat unter Federführung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vom 01.01.2012 bis 31.12.2016 einen Feldversuch mit Lang-Lkw durchgeführt. Die rechtliche Grundlage für den Feldversuch war die Verordnung über Ausnahmen von straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften für Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen mit Überlänge (LKWÜberlStVAusnV) sowie die dazugehörigen sechs Änderungs-Verordnungen. Während dieser fünf Jahre wurde der Feldversuch durch die BASt wissenschaftlich begleitet.

Die BASt hat den entsprechenden Abschlussbericht Ende 2016 dem BMVI vorgelegt. Auf dieser Grundlage erfolgte die Entscheidung des BMVI über den weiteren Einsatz von Lang-Lkw.

Einsatz von Lang-Lkw ab Januar 2017

Das Bundesverkehrsministerium hat am 27.12.2016 eine 7. Änderungs-Verordnung zur Überführung des Lang-Lkw in den streckenbezogenen Regelbetrieb nach Auslaufen des Feldversuchs verkündet, so dass die Lang-Lkw seit dem 01.01.2017 im streckenbezogenen Regelbetrieb fahren können.

Zusatzregeln gibt es für zwei Lang-Lkw-Typen:

  • Der sogenannte verlängerte Sattelanhänger (Sattelkraftfahrzeug bis zu einer Gesamtlänge von 17,80 Metern, Lang-Lkw vom Typ 1) darf zunächst für weitere sieben Jahre eingesetzt werden.
  • Lang-Lkw des sogenannten Typs 2 (Sattelkraftfahrzeug mit Zentralachsanhänger bis zu einer Gesamtlänge von 25,25 Metern) dürfen befristet für ein weiteres Jahr eingesetzt werden, um weitere Informationen zu erhalten.

Die 7. Änderungs-Verordnung erlaubt den unbefristeten streckenbezogenen Regelbetrieb für den Lang-Lkw – aktuell auf Basis des gemäß 6. Änderungs-Verordnung bestehenden Positivnetzes. Das Positivnetz kann jedoch – wie in der Vergangenheit auch – vom BMVI aktualisiert und erweitert werden. Die Bundesländer prüfen dazu kontinuierlich Strecken auf Eignung. Zurzeit hat das Positivnetz eine Länge von fast 11.600 Kilometern. Die Gewichtsbeschränkungen für Lkw bleiben unverändert bestehen. Auch Lang-Lkw dürfen 40 Tonnen Gewicht, beziehungsweise 44 Tonnen im Kombinierten Verkehr nicht überschreiten.

Fragen zur abgeschlossenen wissenschaftlichen Begleitung des beendeten Feldversuchs können der BASt gestellt werden. Fragen zum weiteren Einsatz von Lang-Lkw richten sich an den Verordnungsgeber, das BMVI, die Länder oder die einschlägigen Logistikverbände.

Weitere Hinweise

Verfahren

Speditionen, die ab dem 01.01.2017 Lang-Lkw einsetzen möchten, durchlaufen kein explizites Genehmigungsverfahren. Sie müssen jedoch prüfen und sicherstellen, dass die Anforderungen der LKWÜberlStVAusnV und den entsprechenden Änderungs-Verordnungen erfüllt sind, zum Beispiel bezüglich der einzusetzenden Fahrzeugkombination, der zu transportierenden Ladung oder der vorgesehenen Fahrer. Die entsprechenden Gutachten, Bescheinigungen etc. sind zu beschaffen. Kopien dieser Unterlagen sind stets im Fahrzeug mitzuführen. Eine Meldung bei der BASt ist mit der 7. Änderungs-Verordnung nicht mehr erforderlich.

Positivnetz

Sofern der Einsatz von Lang-Lkw bis zu 25,25 m erwogen wird, ist zuerst durch den Transportunternehmer zu prüfen, ob die Routen, die mit einem Lang-Lkw befahren werden sollen, auch Bestandteil des mit der jeweils aktuell geltenden Änderungs-Verordnung veröffentlichten Positivnetzes sind. Dies betrifft insbesondere auch die Strecken von den Autobahnanschlussstellen zu den Verladepunkten.

Sofern die Routen nicht vollständig enthalten sind, besteht jedoch die Möglichkeit, eine Aufnahme der zu befahrenden Strecken in das Positivnetz bei den betroffenen Landesministerien zu erbitten, in deren Zuständigkeitsbereich sich die jeweiligen Routen befinden, siehe Anschriften der zuständigen Ministerien der Länder.

Die Landesministerien prüfen dann, ob die Strecke für den Einsatz mit Lang-Lkw geeignet ist und leiten gegebenenfalls Strecken zur Aufnahme in das Positivnetz an das BMVI weiter. Eine Aufnahme in das Positivnetz kann allerdings erst im Zuge einer durch das BMVI periodisch vorzunehmenden Novellierung der LKWÜberlStVAusnV mittels einer Änderungs-Verordnung erfolgen.

Das Sattelkraftfahrzeug mit einer Gesamtlänge bis zu 17,80 m kann neben den Strecken der Positivliste flächenhaft in den in der Ausnahme-Verordnung und den entsprechenden Änderungs-Verordnungen explizit aufgeführten Ländern eingesetzt werden.

Grenzüberschreitender Verkehr

Dafür bedarf es zunächst einer bilateralen Vereinbarung (völkerrechtlicher Vertrag) mit dem Nachbarstaat. Ohne eine solche Vereinbarung ist der grenzüberschreitende Verkehr mit Lang-Lkw nicht zulässig. Grundsätzlich wird jedoch die Möglichkeit gesehen, dass der Lang-Lkw zunächst entkoppelt und die Einheiten getrennt über die Grenze gebracht werden. Anschließend können die Einzelkomponenten wieder zu einem Lang-Lkw zusammengekoppelt werden.

Anschriften der zuständigen Ministerien der Länder (in denen zum Stand 01.01.2017 ein streckenbezogener Einsatz von Lang-Lkw erlaubt oder zukünftig geplant ist)

Weitere Informationen

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