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Ältere Verkehrsteilnehmer

Aufgrund der demographischen Entwicklung nehmen immer mehr ältere Menschen als Autofahrer am Straßenverkehr teil. Die sichere Mobilität älterer Menschen so lange wie möglich zu erhalten und wenn möglich zu verbessern, ist ein zentrales gesellschaftliches Anliegen, denn sie ermöglicht die uneingeschränkte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und erhöht die Lebensqualität.

Das Foto zeigt eine ältere Dame am Steuer eines PKW

Leistungseinbußen

In der Regel stellen sich ältere Menschen auf alters- oder krankheitsbedingte Leistungseinbußen ein und passen ihr Verhalten entsprechend an, das heißt sie kompensieren bestehende Defizite.

Alters- und krankheitsbedingte Leistungseinbußen erhöhen das Unfallrisiko, wenn die Voraussetzungen fehlen, diese Einbußen angemessen zu kompensieren. Zu den Voraussetzungen für das angemessene Kompensieren von Leistungseinbußen zählen: eigene Defizite zu erkennen und zu akzeptieren, die eigene Fahrtüchtigkeit richtig einzuschätzen sowie alternative Formen der Mobilität zu kennen und auch zu akzeptieren.

Unfallrisiko und Fahrleistung

Bei Betrachtung der absoluten Unfallzahlen, sind ältere Menschen sehr viel weniger an einem Unfall beteiligt als alle übrigen Altersgruppen. Das auf die Fahrleistung bezogene Risiko zu verunglücken (Verunglückte pro gefahrene Kilometer im Jahr) ist vergleichbar mit dem der 25- bis 29-Jährigen. Das auf die Fahrleistung bezogene Risiko getötet werden, ist dagegen vergleichbar mit dem der 21- bis 24-Jährigen, liegt jedoch deutlich unterhalb dem der besonders gefährdeten 18- bis 20-Jährigen.

Unabhängig vom Alter haben Wenigfahrer (unter 3.000 Kilometer im Jahr) ein deutlich höheres fahrleistungsbezogenes Unfallrisiko als "Vielfahrer" (mehr als 3.000 Kilometer im Jahr). Unter den Vielfahrern haben Senioren und Seniorinnen das geringste Unfallrisiko.

Zu den Gründen einer geringeren Fahrleistung älterer Autofahrer zählen insbesondere die Änderung der Fahrgewohnheiten, beispielsweise durch das Ausscheiden aus dem Beruf oder aus finanziellen Gründen, sowie alters- oder krankheitsbedingte Leistungseinbußen.

Unfallursachen und -folgen

Ein zentrales Problem vieler älterer Menschen besteht in der Bewältigung komplexer Verkehrssituationen. Alterstypische Unfallursachen sind: Vorfahrtsfehler an Kreuzungen, falsches Abbiegen, Wenden oder Ein- und Ausfahren, Fehler beim Spurwechseln.

Ein erhöhtes fahrleistungsbezogenes Risiko einer Verletzung mit Todesfolge ist unter anderem bedingt durch die größere Verletzbarkeit älterer Menschen.

Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit

Eine obligatorische Eignungsuntersuchung für ältere Autofahrer lehnt die BASt ab, da ein Nutzen dieser Untersuchungen, die in vielen Ländern bereits durchgeführt werden, bisher nicht belegt werden konnte. Restriktive Maßnahmen führen dazu, dass Ältere vermehrt als Radfahrer oder Fußgänger am Verkehr teilnehmen und damit weniger geschützt sind als im Auto. Das bedeutet für viele Ältere eine Erhöhung des Unfallrisikos.

Wesentliche Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit älterer Verkehrsteilnehmer sind insbesondere:

  • Gezielte Beratung durch beispielsweise (Haus)ärzte.
  • Bessere Kennzeichnung der potenziellen Beeinträchtigung durch Medikamente.
  • Reduzierung der Mobilitätsanforderungen, zum Beispiel Barrieren beseitigen, einfache Lösungen in der Verkehrsplanung und –steuerung finden, Unterstützung durch Fahrerassistenzsysteme.

Zukünftige Strategien zur Verbesserung der Verkehrssicherheit älterer Menschen, sollten sich nicht nur an deren Leistungsdefiziten orientieren, sondern vor allem an deren individuellen Sicherheitspotenzialen. Zu diesen zählen: Kompensatorisches Verhalten, Erfahrung, sicherheitsbezogene Einstellungen, stärkeres Sicherheitsbewusstsein, Lernfähigkeit.

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