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Lichteinschaltquoten am Tag

Seit dem 1. Oktober 2005 wird das Fahren mit Licht am Tag (Abblendlicht oder spezielle Tagfahrleuchten) vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur für alle Kraftfahrzeuge empfohlen. Seit der ersten Erfassung der Lichteinschaltquoten am Tag in 2007/2008 soll in regelmäßigen Abständen überprüft werden, inwieweit diese Empfehlung seitens der Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer befolgt wird. Als Auswirkung der europäischen Richtlinie 2008/89/EG müssen seit Februar 2011 alle neuen Fahrzeugtypen der Klassen M1 und N1 und seit August 2012 auch die neuen Fahrzeugtypen aller übrigen Klassen mit Tagfahrleuchten ausgestattet sein.

Erhebungsmethode

Die Erhebungen werden in sechs Gebieten in Deutschland durchgeführt. Sie finden in allen Gebieten getrennt für die Ortslagen Autobahn, Landstraße und Innerortsstraße in den Jahreszeiten Winter (November bis Februar), Sommer (Mai bis August) und der Zwischenzeit (März, April, September, Oktober) statt.

Es werden die folgenden Zeiten mit Tageslicht definiert:

  • Winterzeit: 10:00 bis 15:00 Uhr (5 Stunden)
  • Zwischenzeit: 09:00 bis 17:00 Uhr (8 Stunden)
  • Sommerzeit: 08:00 bis 16:00 Uhr (8 Stunden)

Durch diese Intervalle wird gewährleistet, dass an allen Orten bereits Tageslicht herrscht.

Da das Fahren mit Licht am Tag stark von den Witterungsverhältnissen abhängt, wurden bei der Hochrechnung der Quoten die Daten des Deutschen Wetterdienstes berücksichtigt. Für die Hochrechnung werden die Angaben zur Sonnenscheindauer pro Stunde und die Stunden mit Regen berücksichtigt. Um festzustellen, wie groß der Anteil der Fahrenden ist, die immer mit Licht fahren, wurden Auswertungen für alle Stunden mit Sonnenscheindauer = 60 Minuten pro Stunde durchgeführt.

Zusätzlich wurde das Erhebungskonzept so ergänzt, dass Erkenntnisse über den Anteil von Tagfahrleuchten (TFL) generiert werden können. Diese Informationen sind beispielsweise von Interesse, um die Entwicklung des Ausstattungsgrades der Kfz auf deutschen Straßen mit TFL zu erfassen.

Hochrechnung der Zählwerte

Die Hochrechnung der Quoten auf ein Jahr erfolgt über die Fahrleistung bei Tageslicht nach Erhebungsintervall und Ortslage.

Die nach diesem Verfahren berechneten Quoten für die jeweilige Erhebungsperiode gelten für die Witterungsverhältnisse in dem jeweiligen Jahr. Diese können jedoch in den Erhebungsperioden unterschiedlich sein. Mit den Quoten lässt sich deshalb nicht ohne weiteres erkennen, ob sich das Verhalten der Fahrenden in Bezug auf das Fahren mit Licht geändert hat.

Deshalb werden für jede Erhebungsperiode auch Quoten für gleiche Witterungsverhältnisse, also mit einer standardisierten Verteilung der Stunden in den Witterungsklassen berechnet. Als standardisierte Verteilung wird diejenige aus der ersten Erhebung (2007/2008) gewählt.

Mit den Ergebnissen aus den Sommermonaten werden außerdem folgende Quoten für zwei Witterungsklassen berechnet (nur Pkw):

  • Quoten bei sonnigem Wetter (Sonnenscheindauer = 60 Minuten pro Stunde),
  • Quoten bei Wetter ohne oder mit sehr wenig Sonne (Sonnenscheindauer unter 10 Minuten pro Stunde aber kein Regen).

Aus der Entwicklung dieser Quoten kann im Vergleich mit der Entwicklung der Gesamtquoten beurteilt werden, ob sich das Verhalten für das Fahren mit Licht bei allen Witterungen oder zum Beispiel nur während der Zeiten ohne Sonne geändert hat (Bild 2).

Ergebnisse der Erhebung 2015/2016

Den aktuellen Ergebnissen liegen insgesamt knapp 2.268 Zählstunden zugrunde. Dabei wurden rund 980.000 Fahrzeuge (851.885 Pkw und 128.532 Lkw) gezählt.

Bild 1 zeigt die Entwicklung der Lichteinschaltquoten seit 2007/2008 für die verschiedenen Ortslagen. Dargestellt sind hier die auf das Wetter im Basisjahr 2007/2008 normierten Quoten, wobei die tatsächlich gezählten Quoten im Erhebungsjahr 2015/2016 nur geringfügig (maximal +/- 0,3 Prozent) von den normierten Quoten abweichen.

Das Bild zeigt zwei Diagramme zur Entwicklung der Lichteinschaltquoten für Pkw und LkwBild 1: Entwicklung der Lichteinschaltquoten für Pkw und Lkw (Witterungsverhältnisse standardisiert auf Basisjahr)

In der Entwicklung der Einschaltquoten ist zu erkennen, dass die Anteile der Fahrzeuge mit Licht am Tag von der ersten Erhebung 2007/2008 bis zur aktuellen Erhebung 2015/2016 in allen Ortslagen zugenommen haben. Im Vergleich zur Zählung 2013/2014 steigt die Gesamteinschaltquote bei Pkw von 55,3 Prozent auf 66,3 Prozent, bei Lkw von 53,5 Prozent auf 64,6 Prozent.

Am höchsten sind die Lichteinschaltquoten auf der Autobahn. Die Quoten auf Landstraßen und im Innerortsbereich haben in den vergangenen Jahren stärker zugenommen und weisen auch in der aktuellen Zählperiode die stärkeren Zuwächse auf.

In der aktuellen Zählperiode ist die Lichtquote für Lkw in allen Ortslagen und allen Jahreszeiten stark gestiegen (um über 10 Prozentpunkte). Nach wie vor liegen die Einschaltquoten jedoch bei Pkw deutlich höher als bei Lkw. Dies gilt insbesondere für Autobahnen.

Zusätzlich wurden die Einschaltquoten im Sommer bei sonnigem Wetter (Sonnenscheindauer = 60 min/h) und bei Wetter ohne Sonne (Sonnenscheindauer < 10 min/h) ausgewertet. Hierbei erfolgte die Berechnung des Querschnitts ohne Gewichtung, da die Fahrleistungen in Abhängigkeit von der Witterung nicht bekannt sind. Auch hier ist zu erkennen, dass die Lichteinschaltquoten im Vergleich zu den vorhergehenden Erhebungen zugenommen haben. Der Vergleich macht jedoch deutlich, dass die Lichteinschaltquoten stark von der Sonnenscheindauer je Stunde abhängen. Während die Lichteinschaltquote 2015/2016 bei Sonnenschein nur bei etwa 56 Prozent lag, war sie bei Sonnenscheindauern < 10min/h mit über 65 Prozent deutlich höher.

Das Bild zeigt zwei Diagramme zur Entwicklung der Lichteinschaltquoten für Pkw und LkwBild 2: Entwicklung der Lichteinschaltquoten für Pkw im Sommer bei Sonnenscheindauer = 60 Minuten pro Stunde und bei Sonnenscheindauer unter 10 Minuten pro Stunde

Seit der letzten Erhebungsperiode der Lichteinschaltquoten wurden erstmals die zusätzlichen Merkmale der Lichtart erfasst, um eine Abschätzung über den Anteil der Fahrzeuge zu erhalten, die unabhängig von individuellem Verhalten mit Licht am Tag fahren. Dazu wurden die Anteile der definierten Kategorien „Abblendlicht“ und „TFL“ bezogen auf alle erfassten Fahrzeuge ermittelt und gegenübergestellt.

Die Anteile der TFL liegen je nach Region innerhalb einer Bandbreite von 20 – 35 Prozent. Von den 851.885 insgesamt bei der Auswertung der Lichtarten berücksichtigten Pkw wurden über 300.000 Pkw mit TFL gezählt, was einem Anteil von 35,3 Prozent entspricht.

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