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Regionale Verteilung von Kinderunfällen in Deutschland - Kinderunfallatlas

Kinderverkehrsunfälle sind über die Bundesrepublik Deutschland nicht gleichmäßig verteilt, vielmehr gibt es je nach Verkehrsteilnahmeart Regionen mit mehr oder weniger Unfällen. Eine regionale Analyse der Daten ist wichtig, um örtliche Unfallschwerpunkte erkennen, analysieren und gegebenenfalls entfernen oder entschärfen zu können.

Foto zeigt Kinder beim Überqueren einer StraßeQuelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V.

Problem

Viele Verkehrssicherheitsmaßnahmen können schon wegen begrenzter finanzieller Mittel nicht flächendeckend eingesetzt werden. Daher empfiehlt sich eine Konzentration auf Gebiete mit vergleichsweise hohen Unfallbelastungen. Diese Informationen lagen auf Kreis- und Gemeindeebene bislang noch nicht vor. Ein Überblick der regionalen Verteilung von Unfällen erlaubt zudem eine Abschätzung über besonders wirksame Maßnahmen. Aber auch für Verbände, die sich mit Verkehrssicherheit beschäftigen, Eltern und Lehrer ist eine Positionsbestimmung, wie sich die Situation vor Ort im Vergleich zu anderen Gebieten darstellt, zur Orientierung wichtig. Hierdurch wird auch diesem Personenkreis eine Argumentationshilfe für die Einforderung entsprechender Maßnahmen an die Hand gegeben.

Untersuchungsmethode

Im vorliegenden Kinderunfallatlas wurden die Unfalldaten der zwischen 2001 und 2005 im Straßenverkehr verunglückten Kinder je 1.000 der Altersgruppe für alle 439 Landkreise und kreisfreien Städte berechnet. Zudem erfolgte eine Analyse der Daten von 2003 bis 2005 auf Gemeindeebene. Basierend auf der Einwohnerzahl der Gemeinden in Bezug auf die Anzahl der verunglückten Kinder je 1.000 der Altersgruppe wurden sechs Gruppen von Gemeinden gebildet. Die erste Gruppe setzt sich aus den 15 Großstädten der Bundesrepublik zusammen. Die letzte Gruppe umfasst 1.705 Orte unter 10.000 Einwohnern.

Ergebnisse

Kinderunfälle in der Bundesrepublik sind nicht gleichmäßig verteilt. Die bevölkerungsbezogene Analyse auf Kreisebene zeigt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Dennoch trifft diese Aussage nicht für alle Arten der Verkehrsteilnahme zu. Während Kinder als Fußgänger besonders häufig in Nordrhein-Westfalen und großen Städten der Bundesrepublik verunglücken, sind sie als Radfahrer in den Regionen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg besonders gefährdet. Als Mitfahrer in Pkw verunglücken die meisten Kinder in den ländlichen Gebieten Bayerns und den östlichen Regionen der Bundesrepublik. Zusätzlich lässt sich auf Gemeindeebene zeigen, dass das auf die Altersgruppe bezogene Risiko für Fußgänger mit der Größe einer Stadt zunimmt, während Radfahrer in so genannten Mittelstädten besonders häufig verunglücken. Als Mitfahrer in Pkw tragen Kinder in sehr kleinen Orten unter 10.000 Einwohnern ein deutlich erhöhtes Risiko.

Folgerungen

Auf der Grundlage dieses Berichtes ist es erstmals möglich, die spezifische Verkehrssicherheitssituation von Kindern nicht nur im Vergleich zu anderen Kreisen, sondern auch im Vergleich zu anderen Gemeinden gleicher Größe zu analysieren. Abgesehen davon, dass die Verantwortlichen vor Ort erstmals in die Lage versetzt werden, die spezifische Situation einzustufen, lassen sich auf dieser Grundlage Maßnahmen erheblich gezielter und ökonomisch sinnvoller einsetzen. Eine entsprechende Wiederholung der Berechnungen sollte in Fünf-Jahres-Abständen erfolgen.

Atlas of traffic accidents involving children

Traffic accidents involving children are not evenly distributed over the Federal Republic of Germany. Depending on the type of traffic, there are regions with more or fewer accidents. A regional analysis of the data is important to detect regional key aspects, to analyse them and, if at all possible, to eliminate or reduce the risks. Such prioritisation is particularly meaningful at a time of limited financial means. An overview of the regional distribution of accidents also makes it possible to estimate which measures would be most effective. Associations involved in traffic safety, parents and teachers also find it important to know how the local situation compares to other areas, in order to provide an orientation point and facts to support their arguments in favour of corresponding measures to be taken.

The current atlas of traffic accidents involving children includes the accident data of all children involved in traffic accidents between 2001 and 2005, expressed as figures per 1.000 children and per age group for all 439 regions and individual cities. In addition, the data obtained for the period from 2003 to 2005 have been analysed at community level. The evaluation shows that accidents involving children are not evenly distributed over the Federal Republic of Germany. In fact, the population-related analysis at regional level shows a clear north-south gradient. Nevertheless, this statement does not apply to all types of traffic participants. On the basis of this report, it is now possible for the first time to analyse the specific traffic safety situation of children, not only in comparison with other regions, but also in comparison with other communities of a similar size.

BASt-Info als Download: 08/2008

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