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Gurte, Kindersitze, Helme und Schutzkleidung - 2005

Die Benutzung von Sicherheitsgurten und Kindersitzen in Kraftfahrzeugen sowie von Helmen und Schutzkleidung beim Zweiradfahren trägt wesentlich zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer bei. Insgesamt sind die Sicherungsquoten von Pkw-Insassen im Jahr 2005 leicht gestiegen. Insbesondere bei Kindern ab sechs Jahren hat sich die Verwendung von altergerechten Rückhaltesystemen deutlich verbessert. Auch die Gurtnutzung im Güterkraftverkehr ist deutlich angestiegen. Nutzer motorisierter Zweiräder tragen dagegen weniger häufig Schutzkleidung als im Vorjahr. Die Benutzung von Fahrradhelmen bei Kinder bis 10 Jahren hat sich deutlich erhöht.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Gurtanlegequoten von erwachsenen Pkw-InsassenBild 1: Entwicklung der Gurtanlegequoten von erwachsenen Pkw-Insassen

Die Bundesanstalt für Straßenwesen führt seit Mitte der 70er Jahre kontinuierlich Verkehrsbeobachtungen im gesamten Bundesgebiet durch, bei denen die Sicherungsquoten von Pkw-Insassen und das Tragen von Schutzhelmen und Schutzkleidung bei Zweiradbenutzern erfasst werden. Das standardisierte Erhebungsverfahren ermöglicht verallgemeinerbare Aussagen zur Entwicklung des Schutzverhaltens. Seit 1997 werden die bis dahin gesonderten Ost-West-Erhebungen zusammen durchgeführt. Seit 2002 werden die Sicherungsquoten im Zweiradverkehr in jährlichem Rhythmus erfasst. Seit 2003 werden ebenfalls die Sicherungsquoten von Fahrern im Güterverkehr erhoben.

Den aktuellen Ergebnissen liegen Beobachtungen von 18.600 Pkw mit 25.737 erwachsenen Pkw-Insassen zugrunde, ergänzt um eine Zusatz-Stichprobe von 4.306 erwachsenen Fond-Insassen und 5.918 kindersitzpflichtigen Kindern (bis Vollendung des zwölften Lebensjahres).

Die Beobachtungen des Zweiradverkehrs des Jahres 2005 umfassen 13.845 Radfahrer sowie 4.739 motorisierte Zweiradbenutzer innerorts.

Die Erhebungen im Güterkraftverkehr umfassen 4.500 Fahrzeuge.

Sicherung von Pkw-Insassen 2005

Erwachsene Pkw-Insassen

Die Gesamtsicherungsquote von erwachsenen Pkw-Insassen liegt im Querschnitt aller Straßen bei 96% (2004: 94%). Auf Autobahnen waren 98% auf Landstraßen 96% und im Innerortsbereich 94% aller Erwachsenen mit einem Gurt gesichert.

Fahrer

Von den Fahrern waren 96% im Querschnitt aller Straßenarten gesichert (2004: 94%). Auf Autobahnen lag die Sicherungsquote der Pkw-Fahrer bei 98%, auf Landstraßen bei 95 % und im Innerortsbereich bei 94% (Bild 1).

Beifahrer

Von den erwachsenen Beifahrern im Pkw vorn liegen die Sicherungsquoten im Querschnitt aller Straßenarten bei 96% (2004: 95%). Auf Autobahnen waren 98%, auf Landstraßen 97% und auf Innerortsstraßen 94% der erwachsenen Beifahrer gesichert.

Fondinsassen

Für erwachsene Fondinsassen lag die Sicherungsquote im Querschnitt aller Straßenarten im Jahr 2005 bei 89% (2004: 90%). Auf Autobahnen waren 91%, auf Landstraßen 90% und im Innerortsbereich 86% der erwachsenen Fondinsassen mit einem Gurt gesichert (Bild 1).

Werden alle erwachsenen Pkw-Insassen insgesamt auf allen Straßen betrachtet, hat sich das Sicherungsverhalten gegenüber dem Vorjahr geringfügig verbessert und bleibt damit auf einem insgesamt hohen Niveau. Eine leichte Verschlechterung des Sicherungsverhaltens ist bei Fondinsassen festzustellen.

Kinder

Die Gesamtsicherungsquote (Kinderschutzsysteme und Dreipunkt-Gurte) von Kindern im Pkw lag 2005 im Querschnitt aller Straßenarten bei 97% und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt verringert. Während das Sicherungsverhalten auf Autobahnen (99%) und im Innerortsbereich (96%) konstant blieb, waren auf Landstraßen 97% aller Kinder, und damit einen Prozentpunkt weniger als im Vorjahr, im Fahrzeug gesichert (Bild 2).

Grafik zeigt die Sicherungsquote von Kindern im Pkw nach StraßenartenBild 2: Sicherung von Kindern im Pkw nach Straßenarten

Der positive Trend des Vorjahres hinsichtlich einer kindgerechten Sicherung hat sich in 2005 weiter fortgesetzt. Auf Innerortsstraßen wurden 77% (2004: 74%) und auf Landstraßen 80% (2004: 75%) der Kinder mit Kinderrückhaltesystemen gesichert. Dennoch ist immer noch rund jedes fünfte Kind nicht altersgerecht gesichert (Bild 3).

Kinder ab 6 Jahren waren im Jahr 2005 deutlich besser gesichert als im Vorjahr. Auf Innerortsstraßen lag die Benutzung von Kindersitzen in dieser Altergruppe bei 56% (2004: 46%), auf Landstraßen bei 57% (2004: 49%). Obwohl der Trend in dieser Altersgruppe deutlich positiv ist, und sich die Negativentwicklung des Vorjahres nicht fortgesetzt hat, werden noch immer knapp 40% der Kinder ab 6 Jahren mit Erwachsenengurten und damit nicht altersgerecht gesichert. 5% dieser Altersgruppe sind völlig ungesichert.

Die Verwendung von Kinderrückhaltesystemen in der Altersgruppe bis etwa 5 Jahren hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf Landstraßen mit 97% um zwei Prozentpunkte, im Innerortsverkehr mit 94% um einen Prozentpunkt erhöht, womit sich der positive Trend des Vorjahres in 2005 fortgesetzt hat.

Grafik zeigt die Sicherungsqoute von Kindern im Pkw - innerortsBild 3: Sicherung von Kindern im Pkw - innerorts

Sicherung von Fahrern im Güterkraftverkehr 2005

Die Gesamtsicherungsquote von Fahrern im Güterkraftverkehr liegt im Verkehrsquerschnitt (Autobahn, Landstraße) bei 66% (2004: 57%). Auf Autobahnen waren 69% (2004: 58%), auf Landstraßen 61% (2004: 57%) der Fahrer durch einen Gurt gesichert.

Im Verkehrsquerschnitt sicherten sich Fahrer von Lkw bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht wie im Vorjahr zu 84%, Fahrer von Lkw über 3,5 t zu 60% (2004: 52%) und Fahrer von Lastzügen zu 61% (2004: 50%). Demnach sind insbesondere bei schweren Lkw Verbesserungen des Sicherungsverhaltens festzustellen (Bild 4).

Fahrer von Lkw mit deutschem Kennzeichen sind im Querschnitt aller Straßen zu 68% und damit um neun Prozentpunkte besser als im Vorjahr gesichert. Auf Autobahnen waren 71% (2004: 60%), auf Landstraßen 62% (2004: 57%) der Fahrer deutscher Lkw gesichert. 61% der Fahrer mit ausländischem Kennzeichen waren mit einem Gurt gesichert und damit zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Sowohl auf Autobahnen als auch auf Landstraßen waren 61% der Fahrer ausländischer Lkw gesichert und damit 12 beziehungsweise sechs Punkte mehr als im Vorjahr.

In den vergangenen Jahren sind die Sicherungsquoten im Güterkraftverkehr kontinuierlich gestiegen, so dass nunmehr zwei Drittel aller Lkw-Fahrer einen Sicherheitsgurt verwenden. Dennoch bleibt das Sicherungsverhalten von Fahrern im Güterkraftverkehr weiterhin bedeutend schlechter als das der Pkw-Insassen.

Grafik zeigt die Gurtanlegequoten von Lkw-Fahrern – VerkehrsquerschnittBild 4: Gurtanlegequoten von Lkw-Fahrern – Verkehrsquerschnitt

Helm und Schutzkleidung auf dem Motorrad (innerorts, 2005)

Tragen des Schutzhelms

Im Jahr 2005 trugen 98% der Fahrer und 97% der Mitfahrer motorisierter Zweiräder einen Schutzhelm.

Tragen von Schutzkleidung

Der Anteil der motorisierter Zweiradfahrer, die ergänzend zum Helm Schutzbekleidung tragen, lag bei 53% und hat sich damit gegenüber 2004 um neun Prozentpunkte verringert. 18% aller motorisierten Zweiradfahrer trugen eine komplette Schutzkleidung (2004: 20%). Hinsichtlich des Tragens geeigneter Schutzkleidung setzte sich der positive Trend des Jahres 2004 nicht fort, vielmehr liegt der Anteil wieder in der Größenordnung von 2003 (Bild 5).

Auch bei den Mitfahrern ist eine Verschlechterung im Sicherungsverhalten zu verzeichnen: Nur 37% der Mitfahrer trugen neben dem Helm weitere Schutzbekleidung (2004: 47%), wobei mit 16% jedoch mehr Mitfahrer als im Vorjahr eine komplette Schutzkleidung trugen (2004: 14%).

Schutzhelm auf dem Fahrrad (innerorts, 2005)

Wie im Vorjahr trugen 6% der Fahrradfahrer im Jahr 2005 einen Schutzhelm, so dass der Gesamtanteil der schutzhelmtragenden Fahrradfahrer weiterhin auf einem niedrigen Niveau bleibt.

In der Altersgruppe bis 10 Jahre trugen über die Hälfte (53%) der Kinder einen Fahrradhelm. Damit ist im Vergleich zum Vorjahr (2004: 41%) eine deutliche Zunahme zu ver zeichnen. Radfahrer ab 17 Jahren tragen nur sehr selten einen Fahrradhelm. Die Helmtragequote liegt in den jeweiligen Altersgruppen zwischen zwei und vier Prozent.

Die Grafik zeigt das Tragen von Schutzhelm und -bekleidung bei motorisierten Zweiradnutzern - innerortsBild 5: Schutzhelm und -bekleidung bei motorisierten Zweiradnutzern - innerorts

Info zum Bericht
Sicherung durch Gurte, Helme und andere Schutzsysteme 2005
Kontinuierliche Erhebungen zum Schutzverhalten von Verkehrsteilnehmern 2005  
Bericht zu FP 82.279/2004, Bundesanstalt für Straßenwesen (unveröffentlicht)
Autoren  des Berichts:
Winfried Siegener
unter Mitarbeit von Thomas Rödelstab
IVT, Ingenieurbüro für Verkehrstechnik, Karlsruhe 
Autorin dieses Info-Textes:
Claudia Evers
Bundesanstalt für Straßenwesen

Continuous monitoring of road user safety behaviour

The seat belt wearing rates of adult car occupants slightly increased in 2005 from 94 % to 96 %.

The use of child restraint systems clearly increased especially for children from the age of 6 years upwards. In 2005, 56 % children in this age group used an appropriate restraint system in built-up areas (2004: 46 %). Still 39 % used seat belts for adults and 5 % had no safety system at all. In the group of children up to the age of five, the use of a safety seat increased by 1 %-point to 94 % for built-up area roads.

In 2005, 66 % of all lorry drivers used a safety belt. Although their seat belt wearing behaviour has continuously improved, it is still much worse than those of car occupants.

98 % of the motorised two-wheel drivers and 97 % of the passengers wore safety helmets. 18 % of the drivers and 16 % of the passengers wore a complete motorcycle clothing when using two-wheeled motorcycles.

In the age group of up to 10 years helmet wearing when using a bicycle sharply increased by 12 %-points (53 %). However, over all age groups wearing bicycle helmets is still rare (6 %).

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