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Fahreignung, Fahrausbildung, Kraftfahrerrehabilitation

Stand: Juli 2017

Koordination Eva-FES (4115009)
Von mehrfach verkehrsauffälligen Kraftfahrern geht ein erhebliches Sicherheitsrisiko aus. Das Fahreignungs-Bewertungssystem nach § 4 StVG soll zur Senkung des Risikos beitragen. Im Zuge der Reform des Mehrfachtäter-Punktsystems – jetzt Fahreignungs-Bewertungssystem – standen auch die in der Vergangenheit durchgeführten Aufbauseminare für punkteauffällige Kraftfahrer auf dem Prüfstand. Diese wurden durch Fahreignungsseminare ersetzt, die aus einer verkehrspsychologischen und einer verkehrspädagogischen Teilmaßnahme zusammengesetzt sind. Die BASt führt die Evaluation der Fahreignungsseminare durch.

Evaluation des Modellversuchs AM 15: Teil 2 - Befragungsstudie (82.636)
In den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird über einen Zeitraum von fünf Jahren ein Modellversuch durchgeführt, bei dem die Fahrerlaubnis der Klasse AM bereits im Alter von 15 Jahren erworben werden kann. Begründet wird die Notwendigkeit des Modellversuchs vor allem mit einer Verbesserung der Mobilitätssituation von Jugendlichen insbesondere im ländlichen Raum. Darüber hinaus gehen die Befürworter des Modellversuchs von einer Verbesserung der Verkehrssicherheit im Segment der jugendlichen Zweiradnutzer aus. Hingegen befürchten Verkehrssicherheitsverbände – analog zur Entwicklung in Österreich – einen Anstieg der Unfallzahlen. Die BASt führt die Evaluation durch, bei der die Auswirkungen der AM-15-Regelung auf die Verkehrssicherheit, das Mobilitätsverhalten und den Fahrerlaubniserwerb untersucht wird. Das Untersuchungsdesign sieht eine Analyse der Verkehrsbewährung anhand der amtlichen Registerdaten beim Kraftfahrt-Bundesamt sowie eine Befragung von Modellversuchsteilnehmern und Nicht-Teilnehmern vor. Das vorliegende Projekt umfasst den Teil 2 der Evaluation - die Befragungsstudie - sowie die Zusammenführung und Aufbereitung beider Untersuchungsteile.

Evaluation der § 70-Kurse (4409002)
In der Bundesrepublik Deutschland erhalten jährlich rund 17.000 medizinischpsychologisch Begutachtete eine Empfehlung zur Teilnahme an einem Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung gemäß § 70 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Kursabsolventen wird ausschließlich auf der Grundlage des erfolgten Kursbesuchs und ohne weitere Prüfung/Begutachtung die Fahrerlaubnis neu erteilt. Somit sind an die Wirksamkeit der § 70-Kurse besonders hohe Anforderungen zu stellen. Entsprechend ist in der Fahrerlaubnis-Verordnung die Notwendigkeit zur Evaluation und Re-Evaluation der § 70- Kurse verankert. In einem von der BASt entwickelten Leitfaden zur Anerkennung von § 70 Kursen wird für den Nachweis der Kurswirksamkeit die Orientierung an Referenzwerten aus alten Studien zur Verkehrsbewährung (Winkler et al., 1988; Jacobshagen & Utzelmann, 1998) empfohlen. Aufgrund zwischenzeitlicher Veränderungen grundsätzlicher Rahmenbedingungen wie Inkrafttreten der Fahrerlaubnisverordnung 1999 und Etablierung der Akkreditierungsstelle Fahrerlaubniswesen sowie der Bedingungen sowohl für die Zuweisung zu den Kursen als auch für ihre Durchführung ist die Validität dieser Referenzwerte in Frage zu stellen. Im Rahmen des Projekts werden deshalb unter Einbeziehung ausgewiesener Methoden- und Inhaltsexperten verbindliche Anforderungen für die Evaluationen von § 70-Kursen erarbeitet und damit die Voraussetzungen für eine methodisch angemessene Durchführung und eine sachgerechte Bewertung von Evaluationsstudien zu § 70-Kursen geschaffen. Dabei ist die Bereitstellung valider Referenzwerte insbesondere vor dem Hintergrund der Harmonisierungstendenzen in Europa von besonderer Bedeutung.

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