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Weniger medizinisch-psychologische Untersuchungen

10.09.2001, Nr.: 04/2001

Im Jahr 2000 führten die 14 aktiven Träger der bundesdeutschen Begutachtungsstellen für Fahreignung insgesamt 117.931 medizinisch-psychologische Untersuchungen (MPU) durch. Das sind nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) rund 12.400 weniger als im Vorjahr. Bereits im Jahr 1999 war ein Rückgang der Anzahl der Begutachtungen gegenüber dem vorangegangenen Zeitraum festgestellt worden. Dieser Trend hat sich offensichtlich fortgesetzt.

Nach wie vor findet der weitaus größte Teil der medizinisch-psychologischen Untersuchungen (ca. 75 %) wegen Alkoholauffälligkeiten statt. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um Fahrer, die sich trotz Trunkenheit ans Steuer eines Fahrzeugs gesetzt haben. Mit 45 % fallen dabei die erstmalig Alkoholauffälligen besonders ins Gewicht.

Bei allen anderen Anlässen stehen "Allgemeine Verkehrsauffälligkeiten" mit 11 % im Vordergrund. Hierzu zählen vor allem diejenigen Fahrer, deren Punktekonto im Flensburger Verkehrszentralregister 18 Punkte oder mehr enthält. Wollen diese Fahrer ihre Fahrerlaubnis wiedererlangen, müssen sie sich hinsichtlich ihrer Fahreignung untersuchen lassen. Die drogen- und medikamentenbezogenen Begutachtungen machen 7 % aller Begutachtungen aus, der Anteil der Gutachten wegen körperlicher Mängel beträgt 2 %.

Das Ergebnis der Begutachtung variiert, je nachdem aus welchem Grund jemand die Begutachtungsstelle aufgesucht hat: Rund die Hälfte der Begutachtungen bei "Allgemeinen Verkehrsauffälligkeiten" kommt zu einem positiven Ergebnis. Anders sieht es bei Auffälligkeiten mit Alkoholbezug aus, nur etwa 36 % der Gutachten weisen hier ein positives Ergebnis auf.

Ursache für den Rückgang der Zahl der Untersuchungen dürfte in erster Linie die Fahrerlaubnisverordnung von 1999 sein. So ergreifen Kraftfahrer mit verkehrsrechtlichen Auffälligkeiten offenbar verstärkt die Chance der Punktereduktion, die ihnen das Fahrerlaubnisrecht seit 1999 bietet. Sie können ihre Punkte im Verkehrszentralregister durch eine frühzeitige Teilnahme an einem Nachschulungskurs und/oder einer verkehrspsychologischen Beratung abbauen. Der generelle Rückgang der Begutachtungen wegen Alkoholauffälligkeiten geht auch einher mit einem Rückgang der Zahl derer, die unter Alkoholeinfluss einen Unfall verursacht haben.

Abdruck honorarfrei – Belegexemplar erbeten.

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