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Nachhaltigkeit im Brücken- und Ingenieurbau

Die Bruntland-Kommission prägte 1987 den Begriff der Nachhaltigen Entwicklung als …eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

1992 bekannten sich die Vereinten Nationen zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. In Rio de Janeiro verabschiedeten sie ein globales Aktionsprogramm. Mit der "Agenda 21" erklärte sich jeder der über 170 Unterzeichnerstaaten bereit, das Leitbild national in allen Politikbereichen unter Beteiligung von Gesellschaft und Wirtschaft umzusetzen. Auch Deutschland hat die Agenda unterzeichnet.

Im Jahr 2002 veröffentlichte die Bundesregierung die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie "Perspektiven für Deutschland" mit der sie die Agenda 21 national umsetzte und damit Nachhaltigkeit als ein zentrales Prinzip der Politik in Deutschland verwirklicht. Die Nachhaltigkeitsstrategie zeigt mit dem Leitbild sowie 21 Zielen und Indikatoren Perspektiven für ein zukunftsfähiges Deutschland im 21. Jahrhundert. Die Ziele und Indikatoren sind Bausteine eines Managementkonzepts der Nachhaltigkeit und dienen als Orientierungswerte für die politischen und gesellschaftlichen Akteure.

Nachhaltige Mobilität

Mobilität ist einer der identifizierten Indikatoren der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, da die Mobilität eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung, Wohlstand und Lebensqualität ist. Gerade in Deutschland, das im Herzen Europas liegt, ist Mobilität ein entscheidender Faktor. Grundvoraussetzung dafür ist eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur. Durch das Entstehen neuer Märkte wird das Infrastrukturnetz jedoch deutlich stärker belastet werden und Brücken und Tunnel stellen Zwangspunkte in diesen Infrastrukturnetz dar.

In diesem Zusammenhang hat der Brücken- und Ingenieurbau auf weitere Aspekte der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie Einfluss. Hier sind in erster Linie Ressourcenschonung, Klimaschutz, Sicherheit, Gesundheit, Artenvielfalt, Innovation und Luftqualität zu nennen.

Im Bereich des Bundesverkehrsministeriums finden im Brücken- und Ingenieurbau jährlich erhebliche Stoffumsätze statt. Diese Stoffumsätze sind als Indikator für die Nutzung von Kapital, Ressourcen und Umwelt zu sehen.

Sowohl dem Beton- als auch dem Stahlbau kommt in Hinsicht auf Nachhaltigkeit, Ressourcenverbrauch und Klimawandel eine herausragende Bedeutung zu. Beispielsweise werden bei der Zementproduktion verfahrensbedingt klimaschädliche Gase freigesetzt und die Stahlerzeugung ist außerordentlich energieintensiv.

Im Baubereich wird der Begriff der Nachhaltigkeit in den drei Gebieten definiert, welche sowohl Fragen der Ökologie, der Ökonomie als auch die soziale Aspekte berücksichtigen.

Die Grafik zeigt die Aspekte, die bei der Nachhaltigkeit im Brücken- und Ingenieurbau berücksichtigt werden sollen.Nachhaltigkeit im Sinne des Brücken- und Ingenieurbau

Das BMVBS und die BASt sind gefordert eine weitere Optimierung der Prozesse im Brücken- und Ingenieurbau im Hinblick auf eine Nachhaltige Entwicklung herbeizuführen. Dies betrifft unter anderem die Bereiche:

  • Planung,
  • Betrieb,
  • Unterhaltung,
  • Instandsetzung,
  • Produktqualität sowie
  • mögliche Konzepte zur Beseitigung.

Der Leitfaden "Nachhaltiges Bauen" des BMVI aus dem Jahr 2001 hat viele weitere Forschungsvorhaben initiiert. Bisher sind jedoch überwiegend Forschungsergebnisse und Regelungen zum Nachhaltigen Bauen für den Hochbaubereich entwickelt worden. Die Kriterien, die für den Hochbaubereich relevant sind können jedoch nicht ohne weiteres auf Infrastrukturbauwerke angewendet werden, da die Anforderungen insbesondere in der Nutzungsphase grundverschieden sind.

Die BASt ermittelt den aktuellen Sachstand zum Nachhaltigen Bauen für Infrastrukturbauwerke und wird weiteren Forschungsbedarf aufzeigen und veranlassen. Schließlich wird ein Leitfaden Nachhaltiges Bauen im Brücken- und Ingenieurbau angestrebt, welcher die Prozesse im Hinblick auf eine Nachhaltige Entwicklung verbessern soll und die bestehenden Regelwerke werden in dieser Hinsicht weiterentwickelt.

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