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Fußgängerschutz

Der Schutz von Fußgängern und anderen ungeschützten Verkehrsteilnehmern im Falle einer Kollision mit einem Pkw bildet einen wesentlichen Beitrag der passiven Fahrzeugsicherheit zur Abmilderung der Unfallfolgen im Straßenverkehr. Nach Fahrzeuginsassen und motorisierten Zweiradfahrern stellen Fußgänger die drittgrößte Gruppe der Verkehrstoten in Deutschland. Allerdings konnte die Zahl der getöteten Fußgänger in den letzten Jahren erheblich reduziert werden.

Passive fahrzeugseitige Maßnahmen zum Fußgängerschutz leisten einen maßgeblichen Beitrag zur Reduzierung der Unfallfolgen bei Fußgänger-Fahrzeug-Unfällen. Die von der Arbeitsgruppe Fußgängersicherheit der EEVC (European Enhanced Vehicle-safety Committee) erarbeitete Prüfvorschrift bildet die Grundlage sowohl für die Typprüfungen zum Fußgängerschutz gemäß Europäischer Gesetzgebung als auch für Verbraucherschutztests nach Euro NCAP (European New Car Assessment Programme). Beide Versuchsreihen werden in der BASt durchgeführt. Die BASt verfügt über ein von Euro NCAP anerkanntes Prüflabor für Crash-Tests und ist ein vom Kraftfahrt-Bundesamt benannter technischer Dienst für die gesetzlichen Typzulassungsprüfungen.

Die Grafik zeigt eine schematische Darstellung des Fußgängerschutz-KomponententestsFußgängerschutz-Komponententests

Komponententests

Das Foto zeigt den Fußgängerschutz-Prüfstand der BAStFußgängerschutz-Prüfstand der BASt (Foto: BASt/BGS)

Die Versuche oder Komponententests werden mit Prüfkörpern durchgeführt, die die unterschiedlichen Körperregionen eines Fußgängers repräsentierenden. Kopf-, Bein- und Hüftimpaktoren treffen hierbei unter vorgeschriebenen Versuchsparametern auf verschiedene Bereiche der Fahrzeugfront. Dabei dürfen fest definierte biomechanische Belastungsgrenzwerte nicht überschritten werden. Mit diesen Fußgängerkomponententests werden die bestehenden fahrzeugseitigen Maßnahmen zum Fußgängerschutz hinsichtlich einer Fußgängerverträglichkeit von Pkw-Frontflächen evaluiert und das Schutzpotenzial von Fahrzeugen bei Fußgängerunfällen verbessert.

Die Fußgänger-Komponententests umfassen im einzelnen:

  • Tests mit Kinder- und Erwachsenenkopfprüfkörpern gegen die Fronthaube und Windschutzscheibe.
  • Tests mit dem Hüftprüfkörper gegen die Fronthaubenvorderkante.
  • Tests mit dem Bein- und dem Hüftprüfkörper gegen den Stoßfänger.

Neue aktive Schutzsysteme

Neben den klassischen passiven Systemen finden in letzter Zeit auch aktive Systeme der passiven Fahrzeugsicherheit vermehrt Anwendung. Insbesondere sich im Falle einer Kollision mit einem Fußgänger aufstellende Motorhauben oder Windschutzscheibenairbags bieten zusätzlichen Deformationsraum und Möglichkeiten zum Energieabbau beim Kopfaufprall.

Auch das Schutzpotenzial dieser neuen Systeme wird im Referat "Passive Fahrzeugsicherheit, Biomechanik" der BASt hinsichtlich der korrekten Funktionsweise sowie mit den beschriebenen Komponententests geprüft und bewertet.

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