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Sichere Elektrofahrzeuge

Das Foto zeigt das Aufladekabel eines Elektromobils

Durch die im Vergleich zu konventionell motorisierten Fahrzeugen verschiedene Antriebsart sind bei Elektrofahrzeugen neue Themen in Bezug auf Sicherheit relevant. Im Folgenden werden drei dieser Aspekte skizziert, die zu Forschungsarbeiten der BASt geführt haben.

Fahrdynamik

Ein wesentliches Merkmal von Elektrofahrzeugen ist die Möglichkeit der Rückspeisung von Energie in die Batterie beim Abbremsen (Rekuperation), in dem die Elektromotoren als Generator genutzt werden. Dabei hängen die auftretenden Bremsmomente unmittelbar von der Stärke der Rekuperation ab. In Zusammenarbeit mit der FAT (Forschungsvereinigung Automobiltechnik) untersucht die BASt, inwieweit eine Rekuperation in bestimmten Fahrmanövern durchgeführt werden kann, ohne den stabilen, also den für den Fahrer sicher beherrschbaren Bereich der Fahrdynamik zu verlassen. Gerade bei niedrigem Reibwert und hohen Bremsmomenten an der Hinterachse ist der Erhalt der Fahrstabilität durch dosierte Rekuperation zu gewährleisten.

Ein weiteres Projekt widmet sich dem Umgang der Fahrer mit verschieden starker Rekuperation und mit den beim Ausfall von Elektromotoren entstehenden Bremsmomenten.

Änderungsbedarf bei der periodisch technischen Überwachung

Bedingt durch die wachsende Anzahl der im Verkehr befindlichen elektrisch und hybrid-elektrisch betriebenen Fahrzeuge, ist es notwendig, die periodisch technische Überwachung (PTI) anzupassen, um das hohe Sicherheitsniveau der Kraftfahrzeuge auch über Jahre hinweg zu gewährleisten. In einem Forschungsprojekt wird daher der Änderungsbedarf bei der Hauptuntersuchung untersucht. Die relevanten Bauteile des elektrischen Antriebsstrangs müssen identifiziert und deren Ausfallverhalten analysiert werden. Hier geht es sowohl um verkehrssicherheits- als auch umweltkritische Bauteile.

In Bezug auf Änderungsvorschläge für die Untersuchungen und Prüfvorgaben sind auf der einen Seite neue Punkte zu beachten, wie zum Beispiel die Sicherstellung des Isolationsschutzes an Hochvoltkomponenten, während auf der anderen Seite bestimmte Untersuchungen (beispielsweise der Emissionswerte) wegfallen können. Für einen Großteil der erforderlichen Untersuchungen stellt die Nutzung von Diagnosedaten eine geeignete Möglichkeit dar.

Die 47. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften berücksichtigt bereits an vielen Stellen die neuen Antriebskonzepte. Für die Durchführung der Untersuchungspunkte zum Hochvolt-System ist die Entwicklung einer Hochvolt-Richtlinie empfehlenswert.

Einige wichtige Prüfverfahren lassen sich derzeit technisch noch nicht umsetzen. Dazu sind Änderungen der internationalen Bau- und Betriebsvorschriften notwendig. Diese werden bei der EU/UNECE anzuregen sein. Es besteht darüber hinaus weiterhin Forschungsbedarf, um sich intensiv mit diesen Fahrzeugen zu befassen und deren Weiterentwicklung zu beobachten, damit notwendige Auswirkungen auf die PTI rechtzeitig erkannt werden können.

Wahrnehmungssicherheit

Forschungsprojekte zum Thema „Außengeräusch von alternativ angetriebenen Fahrzeugen“ werden ebenfalls gemeinsam mit der FAT durchgeführt. Für Blinde und Seheingeschränkte sind Fahrzeuggeräusche zur Orientierung im Straßenverkehr besonders wichtig. Es wird daher untersucht, inwieweit elektrisch im Vergleich zu konventionell angetriebene Fahrzeuge auditiv erkannt werden. Dabei werden verschiedene Umgebungslautstärken und Verkehrssituationen berücksichtigt. Als ein Ergebnis werden Kriterien für gut erkennbare Fahrgeräusche und deren Notwendigkeit erarbeitet.

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