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Geschichte

Die BASt arbeitet seit mehr als 60 Jahren an der Verbesserung der Sicherheit und Leistungsfähigkeit unserer Straßen.

Die fünfziger Jahre - Der Aufbau

Brückenbaustelle in den fünfziger Jahren

1951: Gründung durch das Bundesministerium für Verkehr über die Zusammenfassung der bestehenden Bundesanstalt für Materialprüfungen im Straßenbau in Oelde in Westfalen und der Hamburger Außenstelle der Bundesanstalt für Wasser-, Erd- und Grundbau zunächst als Bundesanstalt für Straßenbau mit Standort in Köln.

Mit dem Wiederaufbau beginnt eine gewaltige Entwicklung des Straßenverkehrs. Der Bestand an Kraftfahrzeugen vervierfacht sich zwischen 1950 und 1960. Straßen, Brücken und Tunnel sind nach dem Krieg erheblich beschädigt oder zerstört.

Die Aufgaben der BASt entwickeln sich in den fünfziger Jahren vor allem aus Problemen des Baues und der Instandsetzung von Straßen, Brücken und Tunneln.

Schwerpunkt der Arbeiten sind Untersuchungen von Baugrund und Baustoffen. Eine große Rolle spielen dabei Messungen und Gutachten. Auch Fahrbahndecken sind Gegenstand vieler Studien. Nach Jahren der Isolation nehmen die deutschen Ingenieure Kontakte mit anderen Ländern auf und tauschen mit ausländischen Kollegen ihre Erfahrungen aus.

Die Beratung und Ausbildung von Straßenbaufachleuten in den Bundesländern über moderne Techniken und Verfahren ist ebenfalls ein wichtiges Arbeitsgebiet in dieser Zeit.

Die sechziger Jahre - Unfälle im Straßenverkehr

Unfall in den sechziger Jahren

Mit der starken Motorisierung ist nicht nur ein wirtschaftlicher Aufschwung verbunden. Es wird allmählich erkennbar, dass die Zunahme des Individualverkehrs in der Bundesrepublik Deutschland auch Probleme mit sich bringt. Die Anzahl der Getöteten bei Straßenverkehrsunfällen steigt von 1960 bis 1970 von etwas mehr als 14.000 auf fast 20.000 im Jahr an. Der Verkehrsunfall wird ein Thema ersten Ranges. Neue Fahrzeuge kommen auf den Markt. Sie sind schneller und benötigen andere Straßen. Die Verkehrstechnik nimmt an Bedeutung zu.

Im Jahre 1965 wird die BASt in "Bundesanstalt für Straßenwesen" umbenannt. War sie vorher nur für die Straße im engeren Sinne zuständig, erhält sie darüber hinaus den Auftrag, die Leistungsfähigkeit der Straßen zu erhöhen und die Sicherheit des Verkehrs zu verbessern.

Verkehrsmedizin und -erziehung, Rettungswesen und Winterdienst aber auch Fahrzeugtests gehören jetzt ebenfalls zu ihren Aufgaben.

1970 wird die BASt die zentrale Stelle für Unfallforschung im Straßenverkehr in Deutschland.

Die siebziger Jahre - Aktive und passive Sicherheit

Innerörtliche Straßenszene in den siebziger Jahren

Die Ölkrise und neue Regelungen zur Begrenzung der Umweltschäden, die der Straßenverkehr bewirkt, sind ebenso Themen, die den Bürger bewegen, wie die 0,8-Promille-Grenze, der Sicherheitsgurt und Tempo 100 auf Landstraßen. Autos werden zunehmend unter dem Blickpunkt der Sicherheit gebaut und bewertet.

Das große Thema der siebziger Jahre ist die Sicherheit. Es entstehen umfangreiche Sicherheitsprogramme für Kinder. Die Bundesanstalt konzipiert maßgeblich neue Regelungen für die Fahrausbildung, die Ausbildung der Fahrlehrer und die Nachschulung auffällig gewordener Kraftfahrer. Der Einfluss von Drogen, Medikamenten und Alkohol auf das Fahrverhalten wird untersucht.

Die BASt baut Großversuchsanlagen auf und entwickelt ein Fahrerleistungs-Messfahrzeug, mit dem alle Reaktionen des Fahrzeuglenkers während der Fahrt aufgezeichnet werden. Mit neuen Methoden wird das Fahrerverhalten untersucht.

Die achtziger Jahre - Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz

Luftaufnahme der BASt in Bergisch Gladbach-Bensberg

1983: Umzug nach Bergisch Gladbach-Bensberg in ein neues Dienstgebäude. Im Laufe der Jahrzehnte war das Haus in Köln zu klein geworden. Zudem waren verschiedene Abteilungen auf mehrere angemietete Häuser verteilt. Auf dem rund 20 Hektar großen Gelände in Bensberg an der Autobahn A4 befinden sich ein Bürokomplex sowie zehn Versuchshallen mit teilweise einzigartigen Großversuchsständen.

Anstelle des Ausbaus des Straßennetzes gewinnen die Erhaltung und qualitative Verbesserung von Straßen und Brücken an Bedeutung. Die allgemeine Diskussion um Fragen des Umweltschutzes führt nicht nur auf dem Gebiet des Fahrzeugbaus sondern auch im Straßenbau zur verstärkten Beachtung neuer Zielvorstellungen.

Die BASt beginnt, sich mit Kosten-Nutzenanalysen von Maßnahmen und Lösungen auseinander zu setzen. Die volkswirtschaftlichen Kosten der Verkehrsunfälle werden ermittelt. Grundlagen für ein flächendeckendes Rettungswesen werden erforscht. Der Rettungsdienst wird zu einem der leistungsfähigsten Systeme in der Welt ausgebaut.

Fragen zum Lärmschutz an Straßen und Ausstoß von Schadstoffen rücken in den Mittelpunkt. Wieder verwendbare Baustoffe und umweltschonende Bauverfahren im Straßenbau werden untersucht. Der Erhalt von Straßen unter fließendem Verkehr im Baustellenbetrieb stellt neue Herausforderungen. Die BASt beginnt, flächenhafte Verkehrsberuhigung und Tempo 30-Zonen in Gemeinden zu untersuchen.

Die neunziger Jahre - Vereinigung und Integration

Tunneleinfahrt in den neunziger Jahren

Deutschland wird über Nacht zu einem Transitland für den Straßenverkehr in der Mitte Europas. Staus von nie gekannter Länge und Dauer mehren sich. Vor allem die Zunahme des Güterverkehrs auf der Straße zieht viele Probleme nach sich. Themen wie Verkehrsvermeidung und Verkehrsverlagerung kommen auf. Mit Hilfe von Telematik wird versucht, dem Verkehrskollaps vorzubeugen.

In den neuen Ländern ist die gesamte Infrastruktur der plötzlich einsetzenden Massenmotorisierung nicht gewachsen. Die modernen Sicherheitsstandards bei der Ausstattung von Straßen, Brücken und Tunneln sind nicht vorhanden.

Die fortschreitende europäische Integration bringt es mit sich, dass die Mitarbeit in internationalen Arbeitsgruppen immer wichtiger wird. Die Bundesrepublik Deutschland hat ein großes Interesse daran, dass ihre vergleichsweise hohen Normen im gesamten Straßenwesen erhalten werden können. Das gilt nicht nur für Regelungen im Blick auf Straßen und Fahrzeuge.

Auch auf Gebieten wie Fahrerausbildung und Verkehrsüberwachung ist die Vereinheitlichung der unterschiedlichen Normen eine Aufgabe, der sich die BASt ebenso stellt wie der Qualitätssicherung. Die BASt wird nationale Begutachtungsstelle für das Fahrerlaubniswesen.

Die BASt heute – Hightech und Umweltschutz

Grafik einer Straßenkreuzung von oben mit Fahrzeugen, die andere erkennen

Seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1953 sank die Zahl der Verkehrstoten 2010 erstmals unter 4.000. Trotz dieses Erfolgs, arbeitet die BASt weiter daran, Unfälle zu vermeiden und Unfallfolgen zu mindern. Programme für spezielle Verkehrsteilnehmergruppen sowie stetig verbesserte verkehrs- und fahrzeugtechnische Maßnahmen haben maßgeblich dazu beigetragen, die Unfallzahlen zu senken.

Jetzt sind kooperative Verkehrssysteme auf dem Vormarsch, also Systeme bei denen die Fahrzeuge untereinander sowie Fahrzeuge und die Infrastruktur miteinander kommunizieren. Diese Systeme machen den Verkehr nicht nur sicherer, sondern verbessern den Verkehrsfluss und verringern Kraftstoffverbrauch und Abgasemissionen. Zur Reduzierung von Schadstoffen und Lärm gewinnen Elektrofahrzeuge an Bedeutung.

Klimawandel, Belange des Umwelt- und Gesundheitsschutzes sowie wirtschaftliche Zwänge erfordern neue und intelligente Konzepte. Modernste Technologien und Baustoffe, möglichst aus wiederverwerteten Materialien, müssen für die Straße der Zukunft genutzt werden, damit diese den stetig steigenden Belastungen standhält. Die Gewinnung und Nutzung natürlicher Energien durch den Straßenverkehr gehört zu den Herausforderungen der Zukunft.  

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